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Design-Award

"Best of Interior 2020": Labvert holt den ersten Preis

Eine Altbau-Wohnung ganz neu: gestaltet von Studio Labvert.
Eine Altbau-Wohnung ganz neu: gestaltet von Studio Labvert.(c) ©Mark Glassner
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Das Wiener Büro Labvert von Stephan Vary hat mit einem Konzept für einen Altbau in der Wiener Josefstadt die Jury überzeugt.

Im achten Wiener Bezirk haben die Menschen drinnen fast mehr Platz als draußen. Vor den Türen sind die Straßen eng, in den vier Wänden sind die Räume weit. Die größten Wohnungen der Stadt breiten sich hier in den Häusern aus. Und auch wenn es dann doch nicht die riesigsten sind, in diesem Fall hat die Wohnung 130 Quadratmeter, Platz ist trotzdem genug: Denn der gründerzeitliche Altbau lässt immer Luft - auch für Veränderung. Auch dafür, dass alles neu wird, außer der bauliche Rahmen. Und so geschah es, unter den ästhetischen und funktionalen Direktiven von Stephan Vary. Er hat in Wien-Landstraße ein Büro für Architektur und Produkt-Design, das sich Labvert nennt. Und wie alle anderen Interior-Designer freut er sich, wenn seine Kunden schon ziemlich genau wissen, was sie wollen. Oder wissen, was sie haben. Denn, so verrät Vary im Buch „Best of Interior 2020“, das im Callwey Verlag erschienen ist, manche Ausgangspunkte des Entwurfs waren schon ziemlich klar im Briefing: Sogar wie das Besteck ausschaut, dass später in den Laden liegen sollte. Die Küchenschubladen mussten sich also nur mehr diesen Gegebenheiten anpassen. Anderen Tatsachen musste sich das Design hingegen weniger anpassen, sondern eher erst schaffen. Auch wenn es an der Umsetzung manchmal hakte zunächst: wie etwa beim Indoor-Kräuterbeet, das in den Küchentresen eingelassen wurde. Oder auch bei der gläsernen Trennwand zum Essbereich.

Eine gläserne Wand trennt Küche vom Essbereich.(c) ©Mark Glassner

Wenn Stephan Vary das Interior-Design beschreibt, greift er zur Mode-Metapher und zur Analogie vom Maßanzug: „Die Wohnung sollte wie ein Lieblingskleidungsstück sein, in das man schlüpft und sich sofort wohlfühlt“. Und auch das Ankommen sollte das Design den Bewohnern, die zwischen Berlin und Wien pendeln einfach machen. So haben ihre Rollkoffer gleich im Entrée einen Platz zugewiesen bekommen. Das Interior-Konzept gewann beim Award „Best of Interior 2020“ den ersten Preis. In dem gleichnamigen Buch aus dem Callwey-Verlag versammeln sich bildlich und in Textbeschreibungen auch alle weiteren Preisträger und Nominierten, insgesamt sind es 40 Projekte. Noch zwei andere Studios aus Wien haben sich dabei in die Liste eingereiht: Destilat Design, ebenfalls mit einem Projekt, das in einem Altbau verwirklicht wurde. Und außerdem war noch das Atelier Einwaller & Partner dabei. Mit dem Interior-Design für den Dachgeschoß-Ausbau eines Gründerzeithauses.