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Wörter, bei denen Jüngere kein Wort mehr verstehen

Wissen Sie noch, was ein "Lavur" ist?
Wissen Sie noch, was ein "Lavur" ist?Deutsche Fotothek
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Wenn man beim Ausmisten auf ein Lavur, eine Kombinesch oder eine Karnische stößt.

Beim Aufräumen stößt man immer wieder auf Dinge, mit denen man heute nichts mehr anfangen kann. (Oder speichert zum Beispiel noch jemand seine Urlaubsfotos auf einem 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk?) In der Sprache ist das nicht anders. Auch dort tauchen gelegentlich Begriffe auf, die nicht mehr allzu gebräuchlich sind. Fragen Sie einmal einen jüngeren Menschen, ob er etwas mit einem Lavur anfangen kann. Ja eh, das steht sogar noch im Österreichischen Wörterbuch, geschrieben Lavoir. Aber verwendet diesen Begriff für eine Waschschüssel heute noch jemand? (Und hat man das Lavur selbst nicht auch schon längst ausgemistet?)

Ähnlich ist es mit der Kombinesch (Betonung auf dem e), bei der Jüngere fragend das Gesicht verziehen. Im 20. Jahrhundert (auch schon eine Zeit her) war die Kombineige oder Kombinege noch geläufiger. Und vermutlich wurde damals das derart bezeichnete Unterkleid, das Mieder und Unterrock kombinierte, auch noch (vor allem von Großmüttern, wenn ich mich richtig erinnere) häufiger getragen. Stößt man heute beim Ausmisten des Dachbodens auf ein solches Stück, wandert es nach einem kurzen nostalgischen Kopfschütteln vermutlich schnell in den Coloniakübel. Diesen Wiener Begriff für einen behördlich beigestellten Abfallbehälter verwendet halt auch kaum mehr jemand, oder? Seine Wurzeln hat er übrigens im Jahr 1918, als die Wiener Stadtverwaltung beschloss, neue Müllgefäße nach dem Vorbild von Köln einzuführen.

Und dann haben wir auch noch die Karnische, die man auch Karniese schreiben kann – sagt man heute noch so zur Vorhangstange oder zur Gardinenleiste? Die Karnische steht jedenfalls noch im Duden, im ÖWB sowieso. Immerhin, Vorhänge verwendet man ja auch heute noch. Oder – machen Sie mich nicht schwach – ist das mittlerweile auch nur mehr etwas für die ältere Generation?

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com