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Leitartikel

Donald Trump kann bis zur Wahl noch viele Stimmen gewinnen

APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
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Die aktuellen Umfragen sind fast wertlos, der Wahlkampf geht erst richtig los. Im Streit um das Höchstgericht hat der US-Präsident die Fakten auf seiner Seite.

Donald Trump ist ein Arbeitstier, das sich den Allerwertesten für die US-Amerikaner aufreißt, und Joe Biden versteckt sich in seinem Keller in Delaware. So hört es die Nation jeden Abend auf Fox News von Tucker Carlson und Sean Hannity. Die beiden Kommentatoren sind die populärsten des Landes, keine andere Nachrichtenshow bringt es auf höhere Einschaltziffern. Nun könnte man im typisch europäischen Reflex die Aussagen der Trump-loyalen Sprecher als Schwachsinn abtun. Doch kommt Bidens Wahlkampf tatsächlich nicht so recht auf Touren. Seitdem er Kamala Harris am 11. August als Vizepräsidentin nominierte, hat Biden Delaware zwölfmal verlassen. Trump hielt mehr als doppelt so viele Wahlkampfveranstaltungen in 17 Bundesstaaten ab. Allein vergangene Woche trat er in Florida, North Carolina, Virginia, Georgia, Pennsylvania und Ohio auf.

Bidens Wahlkampfteam verweist auf das Coronavirus. Eher ist es wohl die Angst vor verbalen Ausrutschern, für die der Kandidat stets zu haben ist. Dabei zeigt Trump vor, wie Auftritte in Coronazeiten gehen: im Freien, direkt am Flughafenhangar. Spart Zeit und macht schöne Bilder. Lauter werden die liberalen Stimmen, die Biden auffordern, wahlkampftechnisch in die Offensive zu gehen. Sein Vorsprung in den Swing States beginnt zu schrumpfen, es werden Erinnerungen an das Debakel seiner Partei von vor vier Jahren wach. Wie wertvoll Umfragen sind, zeigt nicht nur die Fehleinschätzung von 2016. Es genügt ein Blick auf eine aktuelle Schlagzeile der „New York Times“ vom Wochenende. „Joe Biden behält seine deutliche Führung gegenüber Präsident Trump“, titelte das Blatt. 49 Prozent würden für Biden stimmen, 41 Prozent für Trump. Wie so oft liegt der Teufel im Detail. Angerufen wurden 950 Menschen. Man muss kein Statistiker sein, um zu erahnen, dass die Umfrage bei knapp 250 Millionen Wahlberechtigten vielleicht nicht ganz repräsentativ sein könnte.