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Kalte Jahreszeit

Corona-Winter: Ist Friluftsliv das neue Hygge?

(c) imago images/Westend61 (Valentin Weinh�upl via www.imago)
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Der norwegische Lebensstil Friluftsliv soll die kälteren Monate inmitten der Coronavirus-Pandemie um einiges erträglicher machen.

Wenig Sonnenlicht und kalte Temperaturen machen es schon unter normalen Umständen vielen Menschen schwer, den Winter zu genießen. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist das Wohlbefinden aber umso wichtiger.

Neben dem dänischen Konzept Hygge, das sich ganz darauf ausrichtet, auf Gemütlichkeit zu setzen, kann man sich auch von dem norwegischen Lebensstil Friluftsliv einiges abschauen.

Worum handelt es sich dabei? Ganz genau lässt es sich nicht übersetzten, groß gesagt geht es aber darum, Zeit in der freien Natur zu verbringen, um sich mit ihr verbunden zu fühlen. Und zwar egal bei welchem Wetter. Ganz nach dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung." Denn während sich das Leben in vielen Ländern im Sommer nach draußen verlagert, schaut das im Winter oft ganz anders aus.

Dabei sei das Konzept eine tolle Möglichkeit, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, schreibt etwa "National Geographic". Immerhin würde man damit das Risiko einer Ansteckung im Innenraum vermeiden und trotzdem die kalte Jahreszeit nicht in der Isolation verbringen.

Friluftsliv könnte erklären, warum Norwegen im Ranking der glücklichsten Länder im World Happiness Report mit dem fünften Platz so weit vorne liegt und Bergen und Oslo in den Top 10 der glücklichsten Städte zu finden sind.

Denkweisen haben großen Einfluss

Ein Mitgrund könnte die positive Einstellung zur Winterzeit sein, ist sich Kari Leibowitz, Gesundheitspsychologin an der Stanford University, sicher. Das könnte auch erklären, warum sich das Wohlbefinden der Einwohner der Stadt Tromsø das ganze Jahr über kaum verändert. Und das, obwohl man dort im Winter mit lediglich zwei bis drei Stunden indirektem Sonnenlicht - die Sonne geht nicht über dem Horizont auf - rechnen kann.

Leibowitz hat versucht, ihre Überlegungen mit einer Winterzeit-Einstellungs-Skala zu verifizieren. Sie hat Teilnehmer gefragt, inwieweit sie Aussagen wie "Ich liebe die Gemütlichkeit von Wintermonaten" und "Es gibt viele Dinge, die ich am Winter mag" sowie "Winter ist langweilig" und "Es gibt viele Dinge, die ich am Winter nicht mag" bewerten beziehungsweise ihnen zustimmen oder nicht.

Sie fand heraus, dass die Antworten auch das Wohlbefinden der Teilnehmer über die kommenden Monate bestimmte. Je positiver sie die Wintermonate sahen, desto höher war ihre Zufriedenheit und desto besser ihre mentale Gesundheit.

"Die meisten Menschen wissen nicht, dass ihre Überzeugungen über den Winter subjektiv sind", erklärt Leibowitz im Gespräch mit "The Guardian". „Sie fühlen sich wie jemand, der den Winter hasst und es gibt nichts, was sie dagegen tun können… Aber wenn Sie den Menschen einmal in den Kopf gesetzt haben, dass Denkweisen existieren und Sie die Kontrolle über Ihre Denkweise haben - dann hat das enorm viel Macht.”

>>> „National Geographic"

>>> „The Guardian"

(chrile)