Jobgarantie für Sonderschulpädagogen bis 2035 – Warteliste in Oberösterreich.
Wien. Bereits in drei Wochen heißt es für Schüler in Ostösterreich: Zurück auf die Schulbank. Das Unterrichtsministerium ortet zumindest einen geringen Lehrermangel an Pflichtschulen in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland.
Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl gibt hingegen im Gespräch mit der „Presse“ Entwarnung: „Bei jedem Volksschulkind wird ein Volksschullehrer in der Klasse stehen.“ In Wien gebe es demnach keinen allgemeinen, aber einen „punktuellen“ Lehrermangel. Gesucht sind vor allem Begleit- und Sonderschullehrer. Letztere hätten in der Bundeshauptstadt eine Jobgarantie bis zum Jahr 2035, betont Brandsteidl.
Im Hauptschulbereich werden in Wien Pädagogen vor allem für die Fächer Physik und Chemie gesucht. Der Lehrermangel in diesen Fächern wird im kommenden Schuljahr durch zahlreiche Überstunden ausgeglichen werden müssen, so Brandsteidl. In der Bundeshauptstadt wirbt man aktiv für den Lehrerjob. „Wien wächst, und damit werden die Schülerzahlen auch in Zukunft steigen.“
Pensionen verkürzen Wartezeit
Während Wien um Lehrer kämpfen muss, hat man in Oberösterreich mehr als genug davon. Allein rund 400 Volksschullehrer warten derzeit auf eine Anstellung. Im Hauptschulbereich kommen noch einmal so viele hinzu. Rund 80 Deutschlehrer, 140 Mathematiklehrer und mehr als 200 für Englisch sind ohne Job. Während Sonderschullehrer in Wien dringend gesucht werden, warten in Oberösterreich 67 auf eine freie Stelle.
Aus dem Büro des oberösterreichischen Landesschulrates Fritz Enzenhofer heißt es auf „Presse“-Anfrage, dass eine Warteliste notwendig sei. Personelle Veränderungen, die während des Schuljahres auftreten, könnten damit abgefangen werden. Außerdem seien nicht alle auf der Warteliste aufscheinenden Pädagogen sofort verfügbar. Viele von ihnen sind vorübergehend in anderen Bereichen untergekommen.
In Oberösterreich zeigt man sich dennoch zuversichtlich, dass die Warteliste kürzer wird. Denn schon im vergangenen Jahr gingen 330 oberösterreichische Lehrer in Pension. Auch für das kommende Schuljahr rechnet man wieder mit zahlreichen Pensionierungen. Daher hat das Land bereits ein längerfristiges Suchprogramm für Pädagogen gestartet. Jugendliche sollen dadurch motiviert werden, den Lehrerberuf zu ergreifen.
Ähnliche Entwicklungen erwartet sich das Unterrichtsressort in der Steiermark. Herbert König von der dortigen Fachabteilung für Pflichtschulen bestätigt: „Währendman jetzt noch genug Pädagogen in Reserve hat, wird es längerfristig eng werden.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2010)