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Lockdown am 23. Oktober? "Das ist keine Ente, sondern eine Entenfarm"

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne; r.) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne; r.) und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).APA/ROBERT JAEGER
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In den letzten 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Infizierten um 772 an. Der Gesundheitsminister hofft dennoch auf die baldige Rücknahme deutscher Reisewarnungen für Tirol und Vorarlberg.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Österreich ist neuerlich gestiegen. So wurden am Mittwoch 772 neue Fälle gemeldet, schon am Dienstag waren mehr als 600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Die meisten neuen Fälle finden sich in der Bundeshauptstadt, wo zuletzt 327 Neuinfektionen gemeldet wurden. Dahinter folgen Niederösterreich mit 173 und Oberösterreich mit 96 bestätigten Fällen. Diese Zahlen nannte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nach dem Ministerrat am Mittwoch.

In Summe wurden bisher 44.813 positive Testergebnisse gezählt. Bis heute sind 799 Personen an den Folgen des Virus verstorben und 35.644 wieder genesen. Derzeit befinden sich 496 Personen in Zusammenhang mit Covid-19 in einem Krankenhaus, davon 90 auf Intensivstationen.

„Wir haben derzeit ein Rekordhoch an Testungen“, sagte Anschober. Der Monatsdurchschnitt vom September lag bei rund 14.500 Tests. Das sei „ein Vielfaches vom Frühling“, weshalb die Infektionszahlen von damals „nicht eins zu eins“ mit den aktuellen Werten zu vergleichen seien.

Fest stehe aber, dass man sich in Tirol und Vorarlberg wieder der „50er Grenze“ nähere, weswegen er hoffe, dass die von Deutschland verhängten Reisewarnungen gegen „diese beiden Tourismushochburgen“ bald zurückgenommen würden. „Je höher die Zahlen, desto schwieriger wird es auch wirtschaftlich“, ergänzte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Ihm sei daher „jede Maßnahme recht, die dazu führt, dass wir die Reisewarnungen wegbekommen“. Gerade die nahende Vorweihnachtszeit sei für Handel und Tourismus von großer Bedeutung.

Anschober streitet zweiten Lockdown ab

Auf Aussagen von FPÖ-Chef Norbert Hofer angesprochen, der in einer Aussendung behauptet hatte, dass „gut informierte Kreise im Umfeld der Kabinette“ sagen würden, dass für den 23. Oktober ein zweiter Lockdown vorbereitet werde, erteilte Anschober eine Absage: „Das ist keine Ente, sondern eine ganze Entenfarm“, betonte der Gesundheitsminister.

(Red.)