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Der Vater der Verfassung

Im Porträt: Wer war Hans Kelsen?

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Kelsen war ein weltweit angesehener Jurist, der berühmteste Österreichs. Dennoch war seine Karriere hierzulande reich an Brüchen und Spannungen.

Wickenburggasse 23, Stiege 2, Tür 15. Hier, in der bürgerlichen Wiener Josefstadt, in der Wohnung des Ehepaares Hans und Margarete Kelsen, trafen sie regelmäßig ab 1913 ein: Juristen der Wiener Universität, Studenten und frischgebackene Absolventen. Sie folgten der Einladung zu einem Privatseminar bei Kelsen, sie hingen an seinen Lippen, diskutierten über rechtstheoretische Probleme, über Verfassung und Gesetz. Es waren zwanglose Gespräche, doch sie wurden mit heiligem Ernst geführt: Ein elektrisch beleuchtetes Schild an der verschlossenen Tür des Arbeitszimmers machte Ehefrau und Dienstmädchen darauf aufmerksam: kein Zutritt erwünscht. Ging das Licht aus, durften Kipferln und Kaffee hereingebracht werden. Die Gespräche wurden zu einer Institution, hier entstand ein Netzwerk, das Jahrzehnte überdauerte, hier ist der Ausgangspunkt der berühmten „Wiener rechtstheoretischen Schule“.