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Königshaus

Belgien hat eine neue Prinzessin - nach Vaterschaftsstreit

BELGIUM-ROYALS
Delphine Boël am DonnerstagAPA/AFP/BELGA/ERIC LALMAND
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Delphine Boel darf sich nun endgültig als Prinzessin von Belgien bezeichnen und will sich künftig Sachsen-Coburg-Gotha nennen. Der frühere König Albert II. hatte die Vaterschaft viele Jahre lang abgelehnt.

Nach einem jahrelangen Vaterschaftsstreit mit dem früheren König Belgiens hat das zuständige Brüsseler Gericht endgültig im Sinne der Künstlerin Delphine Boël entschieden. Die 52-Jährige ist damit von nun an offiziell Prinzessin von Belgien. Der Anwalt Boëls bestätigte der Nachrichtenagentur Belga einen entsprechenden Bericht des Senders RTBF. Auch ihre beiden Kinder, Josephine und Oscar, würden Prinzessin beziehungsweise Prinz.

Boël selbst nehme den Nachnamen ihres Vaters an: Sachsen-Coburg-Gotha. Die Künstlerin kämpfte seit Jahren um die Anerkennung als leibliche Tochter des belgischen Ex-Königs Albert II. Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter, die Baronin Sybille de Selys Longchamps, und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre, was Albert stets bestritten hatte. Im Jänner lenkte er nach jahrelangem Rechtsstreit ein und gestand die Vaterschaft ein. Das Gericht hatte zuvor entschieden, dass er sich einem Test unterziehen müsse. Nach der letzten Anhörung am 10. September hatte das Berufungsgericht seine Entscheidung eigentlich erst für den 29. Oktober angekündigt.

Spekulationen seit den 1990er-Jahren

Boël kämpfte seit 2013 um die Anerkennung als Kind von König Albert II., der im selben Jahr abdankte und den Thron an seinen Sohn, Philippe von Belgien, weitergab. König Albert hat mit seiner Ehefrau, der italienischen Adeligen Paola Ruffo di Calabria, neben Philippe noch zwei weitere Kinder: Prinzessin Astrid und Prinz Laurent. Spekulationen um Boëls Vaterschaft gab es seit den 1990er-Jahren.

Der Ex-König hatte im Jänner über seinen Anwalt erklären lassen, dass er seit Boëls Geburt 1968 an keinerlei Entscheidung bezüglich ihrer Familie oder Erziehung beteiligt gewesen sei. Vielmehr habe er immer die Beziehung der Frau zu deren rechtlichem Vater respektiert. 40 Jahre später habe Boël ihre rechtliche und emotionale Beziehung zu ihrem Vater abgebrochen und "die Familie gewechselt". Er sprach von einem langen und schmerzhaften Verfahren.

(APA/dpa)