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Quergeschrieben

Das Virus, die Ich-Bezogenheit und das Drama der Jungen

Wie mit Covid-19 Politik gemacht wird und warum in Österreich der pauschale Vorwurf an die junge Generation als Superspreader so nicht stimmen kann.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

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Es kann als Ironie der Geschichte gelten, dass US-Präsident Donald Trump, anfangs oberster Leugner, dann oberster Vertreter einer Beschwichtigungspolitik in der Coronapandemie, nun positiv auf Covid-19 getestet wurde. Man kann es auch als tragisch ansehen.

Was aber, wenn die Meldungen Fake News sind, ein politischer Trick also? Trump hat die Coronakrise verpolitisiert. So absurd es klingen mag, so ist es doch bei jemandem, der bisher alle Regeln gebrochen hat, nicht von der Hand zu weisen. Der politische Gewinn für den US-Präsidenten wäre nicht zu unterschätzen: Bleibt die (angebliche) Infektion ohne schwere Folgen, kann er sie als harmlos darstellen und trommeln, er hätte trotz der mehr als 200.000 Toten in seinem Land recht gehabt.

Nach dem Desaster der Diskussion mit Gegenkandidat Joe Biden am Dienstag kann er die beiden anderen Konfrontationen aus gutem Grund vermeiden. Weiters kann er von jenen Themen ablenken, die ihm jüngst die größten Schwierigkeiten bereitet haben: Von seinen Steuerakten, seiner Nähe zu Vertretern der „Vorherrschaft der Weißen“, seiner Aufmunterung der rechtsextremen Bürgerwehr „Proud Boys“, von der Rekordarbeitslosigkeit etc.

Er kann auch auf eine Verschiebung der Präsidentenwahl am 3. November drängen. Sie wurde schon vor Monaten einmal angedeutet. Denkunmöglich? Was war in den vergangenen Jahren nicht schon alles denkunmöglich und ist doch geschehen?