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Zoologie

Die Leichen im Keller dienen der Forschung

Die Exemplare im NHM sind so präpariert, dass man auch Hunderte Jahre später neues Wissen entdecken kann.
Die Exemplare im NHM sind so präpariert, dass man auch Hunderte Jahre später neues Wissen entdecken kann.Caio Kaufmann
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Das Naturhistorische Museum öffnete kürzlich seinen Tiefspeicher, wo wertvolle Präparate gekühlt gelagert sind. Die Wissenschaftler entdecken hier neue Tierarten und setzen sich für den Schutz gefährdeter Spezies ein.

Der Mund-Nasen-Schutz und die Schuhe von Silke Schweiger lassen schnell erkennen, wofür ihr Herz höher schlägt: Die Accessoires strahlen im Schlangenleder-Look – freilich nur aufgeprägt und nicht aus echter Reptilienhaut. Die Leiterin der Herpetologischen Sammlung (Amphibien und Reptilien) im Naturhistorischen Museum (NHM), deren Lieblingstiere Schlangen sind, weiß um den Artenschutz ebenso Bescheid wie um das Leid der Tiere, die in Farmen zur Leder- und Fleischproduktion gehalten werden. „Wenn man sich so eine Tasche aus Schlangenleder ansieht, erkennt man, dass sehr große, alte Tiere verarbeitet wurden. Doch so viele Jahre füttern sie die Schlangen kaum durch auf Zuchtfarmen. Daher nehmen wir an, dass sie die größten Exemplare der gefährdeten Reptilien aus der Natur entnehmen“, erzählt Schweiger. Sie führt die Besucher im Keller des NHM zum hintersten Kasten im Tiefspeicher und zeigt eine breite Sammlung an beschlagnahmten Gegenständen, die vom Zoll direkt ins Museum kommen: Taschen, Sandalen, Stiefel und Hüte aus Krokodil- und Schlangenhaut sowie ausgestopfte Kobras. „Unsere Forschung hilft, den illegalen Tierhandel aufzuhalten“, betont Schweiger. Denn die Sammlung der in Alkohol konservierten und trockenpräparierten Reptilien und Amphibien dient als Referenz, wenn geschmuggelte Ware entdeckt wird.