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Tabuthema

Nach Fehlgeburt: Trauer und Solidarität mit Chrissy Teigen

Archivbild von Chrissy Teigen und John Legend.
Archivbild von Chrissy Teigen und John Legend.(c) Getty Images for Twitter (Xavi Torrent)
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Mehrere Frauen sprechen nun öffentlich über ihre Fehlgeburt, unter ihnen Schauspielerin Kate Beckinsale. Auch sie habe einen ähnlichen Verlust erlitten. Es gibt aber nicht nur tröstende Worte.

Vergangene Woche haben das US-amerikanische Model Chrissy Teigen und ihr Ehemann, Sänger John Legend, auf Instagram mitgeteilt, dass sie ihr ungeborenes drittes Kind verloren haben. In einem emotionalen Posting schrieben die beiden - sie sind Eltern von Tochter Luna (4) und Sohn Miles (2) - da, sie hatten dem Baby bereits den Namen Jack gegeben. „An unseren Jack - es tut mir so leid, dass die ersten Momente deines Lebens mit so vielen Komplikationen verbunden waren. Und dass wir dir nicht das Zuhause bieten konnten, das du zum Überleben gebraucht hättest. Wir werden dich immer lieben!“, steht unter Schwarz-Weiß-Fotos, die noch in der Klinik aufgenommen wurden. Jack werde immer Teil der Familie bleiben.

Tausende von Fans nehmen Anteil und drücken den beiden ihr Mitgefühl aus. Auch Promis melden sich zu Wort. "Wir sind immer für euch da und lieben euch so sehr", schreibt Kim Kardashian etwa. „Es tut mir so so leid, ich denke an euch und bete für euch. Ich schicke euch viel Liebe für diese schwere Zeit“, kommt von Hailey Bieber. „Mein Herz ist gebrochen für euch beide, es tut mir so leid für euren Verlust“, schreibt Paris Hilton, und Channing Tatum „schickt so viel Liebe“, genauso wie es Cara Delevingne, Hilary Duff, Ellen De Generes oder Khloe Kardashian tun.

Auch von der Mutter von Chrissy Teigen kommt ein bewegender Abschieds-Eintrag. „Mein Herz schmerzt. Ich liebe dich so sehr, kleiner Jack“, schreibt sie zu Bildern, die sie mit dem in eine Decke gewickelten verstorbenen Baby zeigen.

„Auffallen um jeden Preis"

Es gibt aber nicht nur tröstende Worte. „Warum teilt man solche intimen Momente auf Instagram?“, fragen sich viele. „Das ist so privat und intim. Was hat das hier zu suchen?“ „Warum inszeniert man seine Fehlgeburt für die sozialen Medien?“ Oder: „Typisches Promi-Gehabe. Auffallen um jeden Preis“. Einige machen sich sogar lustig: „Entschuldigung, Frau Krankenschwester, können Sie bitte ein paar Fotos für meine Follower machen?“ Oder: „Trauerbewältigung im 21. Jahrhundert“.

Schauspielerin Kate Beckinsale reagiert auf die Kritik und ergreift Partei für Chrissy Teigen. „Mir ist aufgefallen, wie viele Leute @chrissyteigen dafür kritisieren, dass sie diese zutiefst intimen Fotos vom Verlust ihres Babys geteilt hat. Als ob es eine Art von Protokoll gäbe für diese Art von Schicksalsschlag. Menschen, die - obwohl sie sie nicht kennen - wissen wollen, wie sie mit dem Unvorstellbaren umzugehen habe.“ Und dann verrät sie: Auch sie hatte eine Fehlgeburt erlitten.

Tabuthema Fehlgeburt

"Vor Jahren habe ich ein Baby in der 20. Schwangerschaftswoche verloren. Ich habe es geschafft, die Schwangerschaft geheim zu halten, deswegen hat auch niemand den Verlust mitbekommen. Aber innerlich bin ich zusammengebrochen. Mit einer solchen Erfahrung geht so viel Trauer, Scham und Schock einher.“

„Es kann die einsamste und seelenzerstörendste Zeit sein“ schreibt sie, besonders wenn man nicht einen „emotional verbundenen und unterstützenden Partner wie Chrissy“ habe. „Ich denke, es ist eine Ehre, in die Trauer eines anderen Menschen hineingelassen werden zu dürfen“. 

Beckinsale reiht sich damit zu jenen Frauen, die nun öffentlich über ihre Fehlgeburt berichten - und somit ein Tabuthema aufgreifen. Schon zuvor haben sich vereinzelt einflussreiche und bekannte Personen dazu geäußert. Michelle Obama etwa spricht in ihren Memoiren offen über die Themen Fehlgeburt und künstliche Befruchtung; Beyoncé Knowles erzählt in einem Interview, dass sie mehrere Fehlgeburten erleiden musste, "Wir sind sehr traurig, dass wir heute erfahren haben, dass unser Baby nach vier Monaten gestorben ist", schrieb die Ehefrau von US-Schauspieler Alec Baldwin, Hilaria Baldwin, auf Instagram, als sie eine Fehlgeburt erlitt.

Fans, die ähnliche Verluste erlitten haben, sprechen diese nun ebenfalls an. Sie antworteten in den Kommentaren mit Liebe, Unterstützung und persönlichen Geschichten über ihre Erfahrungen mit Fehl- und Totgeburten. Und wollen damit zum Ausdruck bringen: „Ihr seid nicht alleine.“ Kate Beckinsale drückt es so aus: „Ich sende der Familie Legend so viel Liebe, aber auch den Frauen und Paaren, die etwas Ähnliches erleiden mussten und im Stillen leiden. Ich weiß, dass es so viele gibt.“ Und weiter: „Lassen wir die Trauernden selbst entscheiden, wie sie damit umgehen.“ Das Leid sei schon so schwer erträglich, „also sendet Unterstützung oder seid leise."

(bsch)