Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Freundschaftsspiel

ÖFB-Team besiegt Griechenland: Das späte Erwachen

FUSSBALL: LAeNDERSPIEL: OeSTERREICH - GRIECHENLAND
Die ÖFB-Torschützen Adrian Grbic und Christoph Baumgartner.APA/EXPA/JOHANN GRODER
  • Drucken

Eine aus der Not geborene und nicht eingespielte ÖFB-Elf blieb beim 2:1-Sieg lange Zeit vieles schuldig, erst Einwechslungen und starke Einzelaktionen brachten die Wende.

Österreichs Fußballnationalmannschaft hat im Testspiel gegen Griechenland das erhoffte Erfolgserlebnis gefeiert. Das ÖFB-Team bezwang den Europameister von 2004 im Klagenfurter Wörthersee Stadion mit 2:1. Konstantinos Fortounis hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht (63.), Adrian Grbić (76.) und Christoph Baumgartner (80.) drehten die Begegnung, die nur 1500 der erlaubten 3000 Zuschauer in die Arena gelockt hatte.

Österreichs Elf hatte noch nie in dieser Formation zusammengespielt – und wird das wohl auch nicht mehr. Gleich 15 Spieler, darunter Stammkräfte wie Marko Arnautović, Marcel Sabitzer und Konrad Laimer, standen Teamchef Franco Foda für diesen Test nicht zur Verfügung, weswegen andere Akteure in den Fokus rückten.

Mit Linksverteidiger Marco Friedl und Raphael Holzhauser im Mittelfeld bot Foda zu Beginn zwei Debütanten auf. Friedl, 22, ist als möglicher Nachfolger von Andreas Ulmer (34) für die Zukunft wohl eher eine ernsthafte Alternative als Holzhauser. Der 27-Jährige drückt aktuell zwar der belgischen Liga seinen Stempel auf (acht Spiele, fünf Tore, fünf Vorlagen), die Konkurrenz im ÖFB-Mittelfeld ist jedoch enorm groß.

Über 70 uninspirierte Minuten

Sowohl Friedl als auch Holzhauser waren bei ihrer Premiere bemüht, wirklich entscheidende Akzente konnten sie aber nicht setzen. Das galt lange Zeit für die gesamte ÖFB-Auswahl, die zwar mehr Spielanteile hatte, aber über weite Strecken nicht gefährlich wurde. Oftmals fehlte es an Kreativität und Bewegung im Angriffsdrittel. Auch die Tatsache, dass diese Elf nicht aufeinander abgestimmt war, ließ sich nicht leugnen. Das dichte griechische Abwehr-Bollwerk hatte wenig zu befürchten, weil sich die Österreicher viel zu selten in Eins-gegen-Eins-Situationen wagten.

Nach einer uninspirierten ersten Halbzeit fand Karim Onisiwo (50.) aus kurzer Distanz per Kopf die erste gute Möglichkeit vor, die Österreicher verabsäumten es jedoch, den Druck hoch zu halten. Stattdessen ging Griechenland mit der ersten Chance in Führung, das Tor von Konstantinos Fortounis hätte aufgrund eines vorangegangen Fouls vom Rapidler Taxiarchis Fountas an Stefan Lainer allerdings nicht zählen dürfen. Der griechische Außenseiter schnupperte an einer Überraschung.

Baumgartner, Entdeckung und Matchwinner

Dass Österreich dieses Spiel doch noch gewann, war zwei gelungenen Aktionen in der Schlussviertelstunde geschuldet. In der 76. Minute bediente der umtriebige Michael Gregoritsch Sturmkollegen Grbić vor dessen Tor mustergültig, nur vier Minuten später tänzelte Christoph Baumgartner durch den Strafraum und erzielte sehenswert das 2:1.

Baumgartner ist ohnehin die Entdeckung des Jahres 2020, der Hoffenheim-Legionär dürfte zu einer festen Größe im ÖFB-Team werden.
Tore des 21-Jährigen für das Nationalteam hätten in den kommenden beiden Spielen noch größere Bedeutung. Am Sonntag (20.45 Uhr) gastiert Österreich in der Nations League in Nordirland, am Mittwoch in Rumänien.

ÖFB-Aufstellung gegen Griechenland

Pervan – Trimmel (46. Baumgartner), Dragovic, Hinteregger (46. Posch), Friedl – Baumgartlinger (46. Lainer), Ilsanker – Onisiwo (76. Schaub), Holzhauser (67. Gregoritsch), Schöpf (46. Grillitsch)- Grbic

("Die Presse", Printausgabe 08.10.2020)