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Fahrbericht

Peugeot 208: Der Kleinwagen, und wie er sich gemausert hat

Sonderfarbe Elixir-Rot und mit 130 PS auf GTI-Spuren: Peugeot 208.
Sonderfarbe Elixir-Rot und mit 130 PS auf GTI-Spuren: Peugeot 208.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Größe ist relativ: Der Peugeot 208 vermag die Mittelklasse zu imitieren – mit Achtgang-Automatik, allerlei Komfort und Fahrassistenz. Dass sich das auch preislich niederschlägt, darf nicht verwundern.

Wien. Der Passant, der unseren soeben abgestellten, strahlend roten 208 eingehend mustert, ist enttäuscht ob des Inhalts: „Ich hab mir gedacht, Sie sind jünger. Wegen dem Auto.“

Leider, mit der jugendlichen Frische eines Führerscheinneulings können wir nicht aufwarten. Dafür mit ein paar Zahlen, wen sie interessieren: 130 PS, knapp über vier Meter lang, mit Achtgang-Automatik, ab 25.080 Euro.

 

In die Höhe geschraubt

Ganz im Trend also: ein Kleinwagen zum Golf-Klasse-Preis, der sich im Fall des konkreten Exemplars mittels einer Handvoll Extras (Sitzheizung, Panorama-Glasdach, erwähnte Sonderlackierung Elixir-Rot, schlüsselloser Zugang, Navi- und Fahr-Assistenz-Pakete) gar auf 32.400 Euro schraubt.

Da mag der Händler ein paar Schritte entgegenkommen, dennoch: Als Maturageschenk ist der kleine Peugeot wohl zu hoch gegriffen. Da müssen vielleicht doch unsere vermögenden Pensionisten ran (würden die nicht alle SUVs kaufen), auf dass sie das fetzige Styling des Kleinen wundersam verjünge, wenigstens gefühlt.

Es geht natürlich noch teurer: mit der Elektroversion des 208, die bei genanntem Betrag erst loslegt, mit einer Viertel Tonne Mehrgewicht für den Akku an Bord und, je nach Einsatz, der halben Reichweite oder weniger. Man wird sehen, welche Klientel diesen Fahrzeugen dann entsteigt.

Das Lamentieren über heutige Fahrzeugpreise soll aber nicht übertönen, dass auch mehr geboten wird als früher. Wer auf den Listenpreis 740 Euro drauflegt, staunt über den tatsächlich gelungenen 3-D-Effekt des Cockpits und kommt in den Genuss vernetzter Navigationsdienste von TomTom, eine für drei Jahre freigeschaltete SIM-Card ist eingebaut. Um 450 Euro wird einem das Halten von Spur und Abstands abgenommen, der adaptive Tempomat beherrscht das auch im Stop-and-go-Verkehr.

Eine Sache kann der 208 ganz serienmäßig: gut aussehen. Das starke Design aus dem Hause PSA hat Peugeot wieder ins Spiel gebracht; am pfiffigen 208, der, wie eingangs geschildert, Publikumsreaktionen evoziert, sieht man das deutlich. Wem das Styling zu aufgeregt ist oder wer mit dem speziellen i-Cockpit des Peugeot (kleines Lenkrad fast am Schoß, Blick darüber auf die Instrumente) nicht zurechtkommt, findet im Opel Corsa das technisch baugleiche Pendant.

Womit auch der Antrieb umrissen ist: als Benziner ein 1,2-Liter-Dreizylinder in drei Leistungsstufen (75, 100 und 130 PS). Mit Letzterer ist man schon im GTI-Bereich, auch wenn sich's nicht so verwegen anfühlt. Das liegt auch an der Automatik – welcher Kleinwagen hatte die früher, erst recht mit acht Gängen? –, die dem Spritsparen verpflichtet ist und entsprechend kalmierend waltet. (tiv)

Compliance-Hinweis: Die Reisen zu Produktpräsentationen wurden von den Herstellern unterstützt. Testfahrzeuge wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2020)