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"Hi, Speed"

Apple läutet 5G-Ära ein: iPhone 12, iPhone 12 Mini und Pro-Versionen vorgestellt

Das neue iPhone 12 mit 6,1 Zoll. Eine Miniversion bietet eine Bildschirmdiagonale von 5,4 Zoll.(c) Apple
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Unter dem Motto „Hi, Speed“ lud Apple verspätet zum alljährlichen iPhone-Event. Vier neue Modelle und ein smarter Mini-Lautsprecher standen im Fokus.

2007 hat das iPhone das Verständnis von Smartphones neu geprägt. 13 Jahre später sind die Apple-Geräte über die 3,5 Zoll Grenze weit hinaus gewachsen. Auch das Festhalten an nur einem Modell gehört längst der Geschichte an. Mit dem iPhone 12 läutet Apple nun nach den Android-Herstellern ebenfalls die 5G-Ära ein.

Im Fokus der neuen iPhones steht ganz klar 5G. Apple verspricht Download-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 Gigabit pro Sekunde. Aber auch mehr Sicherheit. Denn mit 5G sei es seltener notwendig, sich in öffentliche Hotspots einzuwählen. Der Datenhunger des neuen Mobilfunkstandards soll ausgebremst werden, in dem 5G nur dann aktiv ist, wenn es wirklich gebraucht wird. Bei weniger datenintensiven Diensten soll automatisch wieder zurück auf LTE (4G) gewechselt werden.

Als SoC (System on a Chip) kommt bei beiden 12er-iPhones auch der vom iPad Air 4 bekannte A14 Bionic zum Einsatz, der im 5-Nanometer-Prozess gefertigt wird. Er besitzt zwei High-Performance-Kerne und vier zum Energiesparen.

Altbewährtes Design mit neuer Technik

Die iPhone-12-Serie erinnert durch das kantige Design an das iPhone 4/4S beziehungsweise auch noch an die 5er-Reihe. Statt Cornings Gorilla-Glass setzt Apple für die Widerstandsfähigkeit auf eine Keramikbeschichtung. Damit soll es bis zu viermal wahrscheinlicher sein, dass das Handy einen Sturz unbeschadet übersteht.

Das Hautpmodell, das iPhone 12, bietet einen 6,1 Zoll großen Bildschirm. Das Gerät ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um elf Prozent dünner und 16 Prozent leichter. Beim Display setzt Apple auf ein OLED-Panel, das als Super Retina XDR eine eigene Markenbezeichnung erhält. Mit einer Helligkeit von 1200nits verspricht es auch sich von direkter Sonneneinstrahlung nicht beeinflussen zu lasen. Es unterstützt HDR, Dolby Vision und HDR10.

Das iPhone 12 und iPhone 12 Mini - die abstehende Kamera gibt's auch bei Apple weiterhin dazu.via REUTERS

Überraschung des Abends war wohl das iPhone 12 Mini. Hier hat es wohl Apple als einziger Hersteller verstanden, eine kleinere Version ohne Kompromisse an die technische Ausstattung machen zu müssen, auf den Markt zu bringen. Mit 5,4 Zoll ist es noch immer nicht klein, aber erleichtert eine Einhandbedienung ungemein. Eine willkommene Abwechslung zu den Topmodellen der Mitbewerber, die nahezu alle an der Sieben-Zoll-Marke schrammen. Wem das noch immer zu groß ist, hat mit dem iPhone SE (4,7 Zoll) eine noch kleinere Alternative.

Der Fokus bei den Geräten liegt auch bei Apple auf den Kameras. Das iPhone 12 und iPhone 12 Mini verfügen über eine Dual-Kamera, mit je 12 Megapixel (Weit- und Ultraweitwinkel). Auf ein Teleobjektiv und den beim Pro-Modell eingeführten LiDAR-Scanner für Tiefenwahrnehmung muss man bei diesen beiden Geräten jedoch verzichten.

Eine weitere Gemeinsamkeit: MagSafe. Apple bietet nun auch Hüllen mit Magnethalterung an, die Magsafe genannt werden. Damit lassen sich die iPhones mit 14 Watt aufladen.

Als Speichergrößen stehen jeweils 64, 128 und 256 GByte (nicht 512 GByte) zur Wahl, die US-Preise liegen bei 799 und 699 Dollar (exkl. Steuern).

Beide Geräte werden in den Farben Schwarz, Weiß, Grün, Rot und Blau angeboten. Die Geräte können ab sofort vorbestellt werden. Das iPhone 12 soll bereits ab dem 23. Oktober verfügbar sein. Das Mini lässt bis Mitte November auf sich warten, wie auch das iPhone 12 Pro Max.

Die Pro-Modelle

Das iPhone 12 Pro wächst von 5,8 auf 6,1 Zoll an. Das Pro Max wurde auch nochmal auf die Streckbank gelegt und bietet jetzt eine Bildschirmdiagonale von 6,7 Zoll. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich die Außenmaße des Geräts nicht ändern - ein schmalerer Aluminium-Rahmen ist die Konsequenz. Wie auch bei den kleineren Modellen kommt ein OLED-Panel zum Einsatz. Bei den beiden neuen Pro-Modellen kommt eine neue Triple-Kamera zum Einsatz sowie der LiDAR-Scanner, der im iPad Pro Premiere feierte. Damit lassen sich 3D-Räume erfassen und in Augmented Reality verwandeln. Zudem steuert es bei schlechtem Licht den Autofokus.

Apple's iPhone 12 Pro and iPhone 12 Pro Max are seen in an illustration released in Cupertino
Beim Design gibt es zwischen dem iPhone 12 und den Pro-Modellen kaum Unterschiede.via REUTERS

Beim iPhone 12 Pro Max kommt zur Triple-Kamera noch ein fünffach optischer Zoom hinzu, mit einem größeren Sensor. Neu entwickelt wurde ein eigenes Profi-Fotoformat: das AppleProRaw-Format. Es soll später im Jahr per Software-Update auf die Geräte kommen. Auch die Video-Funktion wurde ordentlich aufgewertet. Das iPhonePro kann jetzt im Profi-Format DolbyVision Filme aufnehmen.

Die beiden Modelle sind in den Speichervarianten 128, 256 und 512 Gigabyte verfügbar. Die US-Preise liegen bei 999 Dollar für das iPhone 12 Pro und für das Max, das wie das Mini erst ab Mitte November verfügbar sein wird, bei 1099 Dollar aufwärts.

Nachhaltigkeit

Im Sinne der Nachhaltigkeit will Apple künftig versuchen, die Verpackung und den Lieferumfang zu reduzieren. Und da die meisten sowieso bereits über einen Adapterstecker oder ein Ladekabel und Kopfhörer verfügen, wird dieser nicht mit ausgeliefert.

Der Home Pod Mini

Der erste Siri-Lautsprecher für Zuhause war für das erfolgsverwöhnte Unternehmen ein harter Brocken. Denn so recht wollte der Lautsprecher nicht durchstarten. Der Mini soll es jetzt richten. Das 100-Dollar-Device ist nun eine Kugel statt eines Zylinders. Mit einer Höhe von nur 8,4 Zentimeter passt es in den Wohnraum ohne Aufzufallen. Spannendes Detail: Der Home Pod Mini wird mit dem gleichen Prozessor wie die Apple Watch angetrieben. Je nach Wirkungsstätte und Musik soll sich der Sound automatisch anpassen, Apple nennt das Computational Audio. Drei Mikrofone sind auf Abruf bereit.

Bei den Musikstreamingdiensten bleibt Apple nur teilweise eingeschränkt: Neben dem eigenen Streamingdienst werden auch Amazon Music, TuneIn, und andere Dienste unterstützt. Spotify taucht auf der Liste jedoch nicht auf.

Die Kugel, die in Schwarz und Weiß angeboten werden wird, wartet zudem mit einer Intercom-Funktion auf. Diese ermöglicht, die HomePods zur hausinternen Kommunikation einzusetzen und Mitteilungen an bestimmte Lautsprecher zu schicken – oder alle im Haus.

Apple's HomePod mini is seen with an iPhone in a photograph released in Cupertino
Mit der kleineren kostengünstigeren Version will Apple nun in die Wohnzimmer seiner Kunden vordringen.via REUTERS

Eine Funktion, die zwar schon im Vorjahr erstmals vollmundig angekündigt wurde, lässt weiterhin im deutschsprachigen Raum auf sich warten: Die Stimmerkennung. So wurde bei der Präsentation gezeigt, wie verschiedene Nutzer sich ihre individuellen Termine von Siri ansagen lassen kann.

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