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Mein Samstag

Sandspielen im Zimmer

Es gibt viele gute Gründe dafür, dass die allermeisten Sandkisten dieser Welt im Freien und nicht in Innenräumen anzutreffen sind.
Es gibt viele gute Gründe dafür, dass die allermeisten Sandkisten dieser Welt im Freien und nicht in Innenräumen anzutreffen sind.(c) imago images/Jochen Tack (Jochen Tack via www.imago-images.de)
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Wir sind, denke ich, aus dem Gröbsten raus. Also spielzeugtechnisch.

Das macht mich natürlich einerseits sentimental („Sie werden ja so schnell . . .“ Sie wissen schon). Andererseits erspart es uns den einen oder anderen Neuzugang. So bin ich neulich mit dem Kind an einem Sonderangebot vorbeispaziert, das es vor zwei, drei Jahren noch sehr interessiert hätte: ein „Monster Dirt Arena Set“. Hinter diesem beunruhigenden Namen steckt eine Sandkiste für drinnen, eine von vielen Varianten, dank derer Kinder mit formbarem – ein Hersteller nennt es überhaupt „Kinetic Sand“, beweglich also – Indoor-Sand spielen können. Jetzt gibt es viele gute Gründe dafür, dass die allermeisten Sandkisten dieser Welt im Freien und nicht in Innenräumen anzutreffen sind (die drei wichtigsten: Schmutz, Schmutz und Schmutz), aber es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand das Sandspielen zum großen Vergnügen der Kinder und nicht ganz so großen Vergnügen der Eltern in die Wohnungen verlegt. In Teppiche getretenes Plastilin, Slimeyspuren und Badewannen-Malfarben waren noch nicht genug Putzaufwand.

Weil man sich aber immer freut, wenn die Kinder kreativ sind, lässt man gelegentlich sehenden Auges Dinge zu, die womöglich problematischer sind als der Indoor-Sand. Das Kind hat zum Beispiel mit einer Freundin zwei Schleimvarianten selbst hergestellt. Der erste war ein essbarer, für den sie Gummibärchen (alle außer den grünen!) in der Mikrowelle schmelzen mussten, um sie dann mit Puderzucker zu einer Masse zu vermischen. Sprich: Man mischt ein zuckriges Etwas mit noch mehr Zucker, und daraus entsteht tatsächlich eine zuckerlrosarote formbare Masse. Nicht ganz so gut hat es mit dem (in meiner geliebten Salatschüssel) angerührten nicht essbaren Schleim geklappt, für den gigantische Mengen an Uhu-Flinke-Flasche-Kleber, flüssigem Waschmittel und einiges mehr nötig waren.

In Sandkisten spielt das Kind übrigens längst nicht mehr, und wir sind auch noch nicht unserer sonstigen Herbstbeschäftigung – Kastanien sammeln – nachgekommen. Sie werden wirklich viel zu schnell . . . Genau.

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2020)