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Unterwegs

Schmucker Herbst

Bevor wir uns coronabedingt wieder in die Selbstisolation begeben müssen: Noch schnell ein paar Ausflüge ins Grüne!

Wenn ich den gemeinhin gut informierten Moskauer Taxifahrern Glauben schenke, dann droht den Bewohnern der russischen Hauptstadt demnächst wieder „Karantin“ – also Quarantäne, sprich Selbstisolation, sprich die weitgehende Schließung des öffentlichen Lebens. „Ab 25. Oktober!“, erklärte mir ein freundlicher Fahrer vor zwei Tagen, als wir uns im Moskauer Abendverkehr meterweise vorwärtsschoben. Der Mann trug (wie nur wenige) eine Maske, was ihn mir als vertrauenswürdige Quelle erscheinen ließ. Auf die Frage, wie er ausgerechnet auf dieses Datum komme, blieb er mir zwar eine Antwort schuldig. Überzeugt von der Korrektheit seiner Aussage war er dennoch.

Wenn es also stimmt, dass wir bald wieder eingesperrt werden, dann lasst uns die Freiheit bis dahin umso ausgiebiger genießen! Der außergewöhnlich warme Herbst in Russland macht die Ausflüge in die nähere Umgebung besonders schmackhaft. Wenn die Pandemie positive Seiten hat, dann womöglich diese: Ich habe das Moskauer Umland in den vergangenen Wochen und Monaten so intensiv erkundet, wie ich es sonst im Leben nicht getan hätte. Schlösser in Schönbrunn-artigen Parkanlagen wie Archangelskoje durfte ich sehen, schmucke Kleinstädte wie Tarussa, mehrere der hier überaus beliebten Haus-Museen berühmter Schriftsteller und zuletzt die herausragende Künstler-Kolonie in Abramzewo, wo Michail Wrubel vor mehr als 100 Jahren Kunstwerke aus Keramik fertigte, deren Schönheit zeitlos ist – und die jede Coronakrise vergessen lassen. ⫻

jutta.sommerbauer@diepresse.com

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