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Südkaukasus

Brüchige Waffenruhe in Konfliktregion Berg-Karabach

Parteien werfen einander Verstöße vor.

Stepanakert/Jerewan/Baku. Kurz sah es nach einem Erfolg für die russische Diplomatie aus. Nach zehnstündigen Gesprächen hatten sich die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan unter Moskaus Vermittlung auf eine Feuerpause für das umkämpfte Gebiet Berg-Karabach geeinigt. Sie trat Samstagmittag in Kraft – und wurde kurz nach Beginn wieder gebrochen. Damit ist die Hoffnung auf eine schnelle Beruhigung der seit zwei Wochen andauernden Kampfhandlungen im Südkaukasus vorerst gedämpft.

Auch am Sonntag beschuldigten die Konfliktparteien einander, die Vereinbarung gebrochen zu haben. Aserbaidschan erklärte, armenische Kräfte hätten ein Wohngebiet in der Stadt Gandscha am frühen Sonntagmorgen schwer beschossen. Der aserbaidschanischen Generalstaatsanwaltschaft zufolge sind dabei mindestens fünf Menschen getötet und mindestens 28 verletzt worden. Das armenische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigungen als „absolute Lüge“ zurück. Es warf seinerseits Baku vor, zivile Wohngebiete in Berg-Karabach unter Beschuss zu nehmen. Zudem bereite Baku eine Offensive auf die Stadt Hadrut vor. Zuvor hatte der aserbaidschanische Präsident, Ilham Alijew, in einem Interview angekündigt, die Friedensgespräche mit Armenien wieder aufnehmen zu wollen. Gleichzeitig drohte Baku Jerewan mit neuen Gefechten, sollte es zu keinen Erfolgen am Verhandlungstisch kommen.

Austausch von Gefangenen

Während der zeitlich nicht befristeten Feuerpause sollen Gefangene und Leichen ausgetauscht werden. In den am 27. September ausgebrochenen Kämpfen zwischen der aserbaidschanischen Armee und armenischen Kämpfern in Berg-Karabach sind bereits mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. (som/ag.)