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Bezirksvertretung

Battleground Bezirke: SPÖ holt sich Simmering und Leopoldstadt zurück

Die Grünen konnten sich in der Leopoldstadt nicht durchsetzen. Trotz - oder wegen - umstrittener Radwege. Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (links) muss weichen.
Die Grünen konnten sich in der Leopoldstadt nicht durchsetzen. Trotz - oder wegen - umstrittener Radwege. Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (links) muss weichen.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER
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Auch bei der Bezirksvertretungswahl war die SPÖ Wahlsieger - und konnte gleich zwei Bezirke zurückerobern - von der FPÖ und den Grünen. In der Josefstadt wird es für die ÖVP äußerst eng.

Auf Gemeinderats-Ebene heißt der Wahlsieger eindeutig Michael Ludwig, der für die SPÖ Wien-weit Zugewinne holen konnte. Wer künftig im Bürgermeister-Sessel sitzt, ist somit klar. Doch wie sieht es in den Bezirken aus? Nicht alle Bezirksvorsteher saßen vor der Wahl fest im Sattel. Einige müssen nun tatsächlich ihren Platz räumen.

Arbeiterhochburg wieder in roter Hand

Allen voran Simmering. Der 11. Wiener Gemeindebezirk als einzige blaue Bastion ist zurück zur SPÖ gewandert. Die SPÖ landete laut dem vorläufigen Endergebnis (ohne Briefwähler und ohne EU-Bürger) mit 41,57 Prozent der Stimmen in der Arbeiterhochburg deutlich auf Platz eins. Das ist ein Plus von 0,74 Prozentpunkten. Die Roten werden damit künftig dort den Bezirksvorsteher stellen, die Wahlkarten werden daran nichts mehr ändern. Und das dürfte eine große Genugtuung für Michael Ludwig sein. Denn Simmering war zwischen SPÖ und ÖVP immer hart umkämpft.

Paul Stadler, der sich bei der Wahl 2015 mit nur einem Prozentpunkt die einstige rote Hochburg für die FPÖ geholt hatte, muss nun nach einer Legislaturperiode wieder weichen. Denn die FPÖ landete abgeschlagen auf Platz zwei. Ihre 29,98 Prozent Stimmanteil bedeuten ein Minus von 11,78 Prozentpunkten.

Rückeroberung von den Grünen

Eine Umfärbung gibt es auch in der Leopoldstadt. Die SPÖ hat sich den 2. Bezirk von den Grünen zurückgeholt. Und das ziemlich eindeutig: Laut Hochrechnung inklusive Briefwahlstimmen werden die Sozialdemokraten die Grünen mit mehr als zehn Prozentpunkte Unterschied - 37,7 zu 27,2 Prozent - schlagen. Die grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger muss somit ihren Platz für SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Alexander Nikolai räumen.

Schon bei der vergangenen Wien-Wahl 2015 hatte die SPÖ im 2. Bezirk die Nase vorne. Das Problem: Der Urnengang musste nach einer Anfechtung ein Jahr später wiederholt werden. Die SPÖ hatte massive Probleme mit der Mobilisierung, die Grünen lagen plötzlich mit 35,34 Prozent in Führung – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ging die rote Bastion verloren. Das Verhältnis zwischen Rot und Grün im Bezirk war seither schwer getrübt bis zerrüttet - was sich etwa bei Streitigkeiten um Radwege auf der Praterstraße offenbarte. Die Rückeroberungsmission der SPÖ ist nun aber gelungen.

Von türkis zu grün

Die Grünen könnten sich stattdessen aber Josefstadt holen. Im 8. Bezirk wackelt der Sitz der ÖVP-Bezirksvorsteherin Veronika Mickel gefährlich. Denn laut vorläufigem Urnengang-Endergebnis liefern sich die Türkisen mit den Grünen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Volkspartei mit Bezirksvorsteherin Veronika Mickel erreichte vorerst 30,19 Prozent - dicht gefolgt von den Grünen, die auf 29,50 Prozent kamen. Laut Hochrechnung dürften die Grünen inklusive Wahlkarten den Bezirk am Ende erobern können. Dann hieße der künftige Josefstädter Bezirksvorsteher Martin Fabisch.

Der achte Bezirk war übrigens schon einmal grün, nach der Wahl 2005. Nach parteiinternen Zerwürfnissen ging der Achte allerdings bei der nächsten Wahl wieder an die Volkspartei verloren.

In Währing und Neubau werden die Grünen an der Macht bleiben. Drei der vier derzeit von der ÖVP regierten Bezirke bleiben in türkiser Hand - nämlich die Innenstadt, Hietzing und Döbling. Alle anderen Bezirke werden künftig von der SPÖ regiert werden.

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(twi/stu/APA)