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Wie schlecht sind Modeschauen für die Umwelt?

(c) imago/UPI Photo (imago stock&people)
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Ein Bericht des US-amerikanischen Moderates hat die New York Fashion Week auf ihre Umweltbelastung hin untersucht.

Viele digitale Catwalks und weniger Besucher. Die Fashion Weeks in den Modemetropolen New York, London, Mailand und Paris sahen in dieser Saison durch die Coronavirus-Pandemie anders aus als bisher. Trotzdem wollten und wollen auch in Zukunft viele Designer und Modehäuser nicht auf Live-Shows verzichten. Und das wiederum wirft die Frage auf: Welchen Einfluss haben Modenschauen auf die Umwelt?

Aber auch die ökonomischen Herausforderungen und Unsicherheiten, die durch die Pandemie entstanden sind, "fordern, dass wir alle Aspekte des Modesystems radikal überdenken und zurücksetzen", so Steven Kolb, CEO des US-amerikanischen Moderates CFDA.

Der CFDA hat deshalb zum ersten Mal eine Studie im Zusammenhang mit der Boston Consulting Group in Auftrag gegeben, die den Einfluss der Fashion Week im Big Apple auf die Umwelt messen soll. Zwar sei die New York Modewoche nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die gesamte Modeindustrie betrachte, sie könnte aber den Anstoß für Veränderung geben, so Sarah Willersdorf von der Beston Consulting Group.

1,2 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen verursacht die Modeindustrie insgesamt, das sind fast zehn Prozent der jährlichen globalen Emissionen. Diese Problematik ist auch den Konsumenten bekannt, von 2010 bis 2020 haben sich die Google-Suchanfragen nach „nachhaltiger Mode“ um den Faktor 12 erhöht. Mehr als 60 Prozent der Konsumenten, die kürzlich an einer Studie der Boston Consulting Group teilgenommen haben, würden eine nachhaltigere Modemarke einer weniger nachhaltigeren vorziehen, heißt es im Bericht.

Doch was sind die größten Umweltsünder einer Modenschau?

Wenig überraschend ist der Faktor Transport der größte Verursacher von Emissionen bei der Modewoche. Vor allem die Flugreisen der Gäste und Mitarbeiter. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass der Flugverkehr zwischen 37.830 und 44.520 Tonnen CO2 verursacht. Und das jede Saison.

Auf Platz zwei und drei sind Gästeunterkünfte (zwischen 850 und 1480 Tonnen) und die Produktion der Kollektionen (zwischen 710 und 900 Tonnen CO2). Die Kulissen (Produktion und Transport) kommt auf 40 bis 120 Tonnen, heißt es in der Studie.

Worauf achten Produzenten und Konsumenten?

Am meisten bemühen sich die Modehäuser demnach, in Sachen Produktion nachhaltig zu denken. Das wird in der Studie darauf zurückgeführt, dass man sich dabei leichter den entstehenden Abfall vorstellen kann als die unsichtbaren Emissionen, die durch den Transport entstehen.

Was ist Konsumenten besonders wichtig? 48 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen in Sachen Nachhaltigkeit ein biologisch abbaubares Produkt beziehungsweise Verpackung sehr wichtig ist. Mit 39 Prozent ist den Befragten weniger wichtig, wie ethisch und fair die Arbeitspraktiken sind. Mit 36 Prozent auf Platz drei landet der Punkt Gesundheit und Sicherheit für Arbeiter.

Interessanterweise wird Nachhaltigkeit bei den unterschiedlichsten Punkten von Unternehmen als weniger wichtig eingeschätzt als von Kunden. Mit 35 Prozent wird die Wichtigkeit von Recycling und der Verwendung von Resten angeführt, dann folgt mit 27 Prozent faire Arbeitspraktiken und mit 19 Prozent Gesundheit und Sicherheit für Arbeiter.

>>> Zu den Detailergebnissen des Berichtes

(chrile)