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UniCredit plant Auslandsholding mit Börsennotierung in Frankfurt

UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier
UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier: Pläne für Börsengang der AuslandsholdingAPA/AFP/MIGUEL MEDINA
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UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier könnte einem Bericht zufolge dem Aufsichtsrat noch bis Ende dieses Jahres einen Ausgliederungsplan vorlegen.

Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit hält an ihrem Plan zur Gründung einer Subholding fest, in der die Auslandstöchter gebündelt werden sollen. Laut der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Dienstagsausgabe) soll die Auslandsholding ausgegliedert werden und an der Börse in Frankfurt notieren. Die Ausgliederung solle mit einem öffentlichen Kaufangebot erfolgen, das bis zu 50 Prozent des Kapitals der ausländischen Beteiligungen betreffe.

Laut dem Mailänder Blatt könnte auch der Bereich "Corporate & Investment Banking" (CIB) mit Sitz in München in die neue Holding eingegliedert werden. Die italienische Holding würde mit der Ausgliederung und dem öffentlichen Kaufangebot Geldmittel lukrieren, mit denen die Kapitaldecke gestärkt werden könnte. Damit könnten auch Bankenakquisitionen wie jene der italienischen Krisenbank Monte Paschi di Siena (MPS) finanziert werden.

UniCredit-CEO Jean-Pierre Mustier könnte dem Bericht zufolge dem Aufsichtsrat noch bis Ende dieses Jahres den Ausgliederungsplan vorlegen. Ein Teil des Aufsichtsrats sei jedoch mit dem Vorhaben nicht einverstanden, berichtete "Sole 24 Ore". Die ablehnenden Mitglieder des Gremiums betrachteten die Ausgliederung der Auslandsbeteiligungen, zu denen auch die Bank Austria gehört, als Beginn eines Abbaus der Gruppe. Ein vom Blatt kontaktierter UniCredit-Sprecher wollte die durchgesickerten Pläne zur Auslandsholding nicht kommentieren.

Laut den Befürwortern des Plans könnte die italienische Holding dank der Ausgliederung über eine stärkere Kapitalisierung verfügen, womit sie Akquisitionen finanzieren und besser mit dem Konkurrenten Intesa Sanpaolo mithalten könnte, der kürzlich die lombardische UBI Banca geschluckt hat. Ein Teil der Aufsichtsratsmitglieder meint, das Dossier mit der Auslandsbeteiligung sollte vom neuen Vorstand beschlossen worden, der kommenden April eingesetzt werde.

Ex-Minister als Verwaltungsratschef?

Italiens Ex-Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan ist im Rennen um den Posten des Verwaltungsratspräsidenten der Bank-Austria-Mutter UniCredit. Dies berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" auf ihrem Online-Portal am Dienstag. Der neue UniCredit-Verwaltungsrat soll von der Aktionärsversammlung im kommenden April gewählt werden.

Der 70-jährige Padoan, der von 2014 bis 2018 den Posten des Wirtschaftsministers in den Regierungen von Premier Matteo Renzo und Paolo Gentiloni bekleidet hatte, soll den aktuellen Verwaltungsratspräsidenten Cesare Bisoni ersetzen. Dieser war im September 2019 nach dem Tod des Verwaltungsratspräsidenten und ehemaligen italienischen Wirtschaftsministers, Fabrizio Saccomanni, ernannt worden.

Padoan, ehemaliger Wirtschaftsprofessor an der römischen Universität La Sapienza, war von 2007 bis 2014 stellvertretender Generaldirektor der in Paris ansässigen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Von 2001 bis 2005 war er Exekutivdirektor für Italien im Internationalen Währungsfonds (IWF). Zwischen 1998 und 2001 war er als Wirtschaftsberater der italienischen Premierminister Massimo D'Alema und Giuliano Amato im Einsatz. Er war auch Berater der Weltbank, der EU und der Europäischen Zentralbank. Als Essayist hat er mehrere Werke zu wirtschaftlichen Themen veröffentlicht, beispielsweise über die Aussichten des Euro und die europäisch-amerikanischen Beziehungen.

(APA)