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Studie

Europas Metropolen fehlt Wohnraum

In Europas Metropolen fehlen laut einer Studie bis zum Jahr 2030 rund 1,2 Mio. Wohnungen.
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In Wien soll sich die Lücke bis 2030 auf rund 110.000 Wohnungen belaufen.

In Europas Metropolen fehlen einer Studie des deutschen Forschungsinstituts DIW Econ zufolge bis zum Jahr 2030 rund 1,2 Mio. Wohnungen. Dabei ist die Lücke in London mit rund 355.000 Wohnungen absolut gesehen am größten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Warschau (rund 142.000 Wohnungen) und Paris (rund 129.000 Wohnungen). Wien kommt nach diesen Berechnungen auf eine Angebotslücke von 110.000 Wohnungen. Insgesamt wurden neun europäische Metropolen untersucht, darunter auch Berlin, Amsterdam, Budapest, Kopenhagen und Zürich.

Migration treibt Nachfrage

Die teils eklatanten Angebotslücken bis 2030 führt Studienautor Konstantin Kholodilin vor allem auf das anhaltende Bevölkerungswachstum in den meisten Hauptstädten zurück. Deren Arbeitsmarktchancen, Bildungsmöglichkeiten, Infrastruktur und Lebensqualität zögen insbesondere ausländische Bürger an. „Diese Entwicklung haben Politik und Städteplaner in der Vergangenheit häufig unterschätzt“, sagt Kholodilin. Als Beispiel nennt er Berlin. „Nach einer intensiven Bautätigkeit bis Mitte der 1990er-Jahre passierte erst einmal nicht viel, weil man davon ausging, dass die Bevölkerung eher schrumpft als wächst.“

Speziell in Österreichs Hauptstadt treffe die steigende Wohnungsnachfrage auf einen stark regulierten Wohnungsmarkt mit einem hohen Anteil an kommunalem Wohnungsbau. „Die Stadt Wien hat Schwierigkeiten, mit dieser Entwicklung mitzuhalten. Ohne den Beitrag privater Investoren kann sie den steigenden Wohnungsbedarf nicht befriedigen“, sagt der Experte.

Bei DIW geht man davon aus, dass die Wohnungskapazitäten in vielen Kernstädten am Limit sind. Kholodilin erwartet, dass als Antwort auf die steigende Nachfrage stattdessen künftig verstärkt suburbane Zentren mit guter Anbindung an die Metropolen entstehen werden: „Die monozentrale Stadt ist eine Stadt der Vergangenheit.“ (ots/red)