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Coronavirus

Über 1000 Neuinfektionen in Österreich, neue Dunkelziffer-Studie kommt

Die Zahl der Spitalsbehandlungen stieg in 24 Stunden um 50 Personen an. Die aktiven Fälle stiegen in einer Woche um ein Viertel. Im November wird die Dunkelziffer in Österreich erneut erhoben.

In Österreich sind in den vergangenen 24 Stunden erneut über 1000 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet worden. Laut Angaben von Gesundheits- und Innenministerium vom Dienstag kamen bis 9.30 Uhr 1.028 Neuinfektionen hinzu. Um 50 Patienten stieg die Zahl der Personen in Krankenhausbehandlung. Von 611 Hospitalisierten benötigten 107 intensivmedizinische Betreuung, ein Anstieg von zehn gegenüber Montag.

Sechs weitere Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19, somit sind seit Ausbruch der Pandemie in Österreich 861 Personen verstorben. 57.326 positive PCR-Tests und 44.949 Genesene bisher ergeben aktuell 11.516 aktive Fälle, ein Plus von 25 Prozent innerhalb einer Woche. Die Zahl der Krankenhauspatienten stieg in diesem Zeitraum um knapp 23 Prozent.

Von den 1028 Neuinfektionen entfielen 306 auf Wien, 183 auf Niederösterreich und 152 auf Tirol. 112 neue Fälle wurden aus Oberösterreich gemeldet, 96 aus der Steiermark sowie 74 aus Salzburg. Es folgten Vorarlberg mit 43 Positiven, 32 wurden in Kärnten und 30 im Burgenland vermeldet.

Insgesamt 21.708 Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt, wobei der Anteil der positiv Getesteten bei 4,7 Prozent lag. 10.880 Testungen wurden allein in der Bundeshauptstadt abgewickelt, wobei der Anteil der positiven Testergebnisse mit 2,8 Prozent deutlich unter dem Österreichschnitt lag.

Dunkelziffer- und Antikörperstudie

Um nicht nur über die getesteten Personen, sondern auch über eine mögliche Dunkelziffer Bescheid zu wissen, startet in Österreich Mitte November erneut eine Dunkelziffer-Studie. Erste Ergebnisse sollen voraussichtlich Mitte Dezember vorliegen.

Gleichzeitig dazu startet die erste bundesweite Antikörperstudie, bei der untersucht werden soll, wie hoch der Anteil von Personen mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in Österreich ist. Das teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag mit, das die Studie in Auftrag gegeben hat.

Durchgeführt wird die Untersuchung von Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und der Medizinischen Universität Wien. Bereits im Frühjahr haben diese Einrichtungen im Auftrag des Wissenschaftsressorts drei Stichprobenstudien zur Erhebung der Dunkelziffer durchgeführt, zudem eine "experimentelle Validierungsstudie" für Antikörpertests mit einer Stichprobe von Personen aus Risikogebieten mit hohem Anteil an positiven Corona-Tests.

5000 Personen werden getestet

Ziel der neuen Studie sei "einmal mehr, die Datenbasis zu verbessern, damit wir wissen, wo wir uns epidemiologisch befinden", so Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Aussendung. Statistik Austria wird für die repräsentative Stichprobe rund 5000 Personen ab 16 Jahren per Zufall aus dem Zentralen Melderegister auswählen. Sie erhalten ab morgen, Mittwoch, postalisch ein Informationsschreiben mit dem Ablauf der Studie. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig, man kann sich aber nicht aktiv dafür melden.

Bei der ersten Stichprobenstudie Anfang April (rund 1.500 Teilnehmer) wurden bis zu 60.000 mit dem Coroanvirus SARS-CoV-2 Infizierte zusätzlich zu den Erkrankten in Spitälern festgestellt. In der zweiten derartigen Untersuchung (rund 1.400 Teilnehmer) lag der Höchstwert Ende April bei 11.000 Covid-19-Infizierten. Bei der dritten Erhebung Ende Mai gab es unter rund 1.300 Teilnehmern keinen einzigen Covid-19-Infizierten. Unter Berücksichtigung der Vorerfahrungen und der Zahlen aus dem EMS-System wurde damals die Dunkelziffer-Obergrenze zwischen 6.000 und 3.000 Fälle geschätzt.

Die Antikörpertests bei knapp 300 Personen aus 27 ausgewählten Gemeinden mit hohem Anteil an positiven Corona-Tests Ende April zeigten, dass im Schnitt 4,71 Prozent Antikörper hatten. Demnach hatten rund 1.900 Personen der insgesamt 40.000 Einwohner in diesen Risikogemeinden in den Wochen vor der Untersuchung eine Coronavirus-Infektion durchgemacht.

(APA)