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Londons Reiche zahlen mittlerweile jeden Preis für Luxushäuser

Luxusimmobilien in London.
Luxusimmobilien in London.(c) Bloomberg (Luke MacGregor)
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Die Abschläge, die verhandelt werden, sind minimal und so klein wie seit 2016 nicht. Allmählich herrscht ein Mangel an geeigneten Objekten.

Für Käufer von Luxushäusern und Penthouse-Appartements in London wird es schwierig, gute Objekte zu finden. Denn die Verkaufspreise von Häusern mit einem Transaktionswert von mehr als zehn Millionen Pfund (elf Millionen Euro) betrugen im zweiten Quartal im Durchschnitt 95 Prozent des Angebotspreises, wie aus einem Bericht des Maklers Knight Frank hervorgeht. Das ist der geringste Abschlag seit Ende 2016.

„Der Markt hat angezogen angesichts des Nachholbedarfs bei der Nachfrage und des knappen Angebots“, sagt Paddy Dring, globaler Chef für Prime Sales bei Knight Frank. „Covid hat dazu geführt, dass die Leute nicht verkaufen, wenn sie nicht unbedingt müssen.“

Die britischen Hausverkäufe waren eingebrochen, nachdem die Regierung den Markt praktisch sechs Wochen lang bis Mitte Mai – im Rahmen ihrer Bemühungen, den Covid-19-Ausbruch zu bremsen – eingefroren hatte. Der Markt für Luxusimmobilien hat sich seither nur langsam erholt, während die Preise für weniger teure Häuser deutlich gestiegen sind.

Sündteure Transaktionen

Dennoch gab es in London einige Mega-Transaktionen. Der Entwickler Christian Candy hat ein Anwesen mit Blick auf den Regent´s Park für etwa 104 Millionen Pfund erworben, hatte Bloomberg im Juni berichtet. Die polnische Milliardärin Dominika Kulczyk hat in diesem Jahr ein Haus in der Nähe des Kaufhauses Harrods für 57,5 Millionen Pfund gekauft.

Insgesamt wurden dem Bericht von Knight-Frank zufolge in den ersten acht Monaten dieses Jahres 1,1 Milliarden Pfund für Luxus-Immobilien ausgegeben. Die Zahl der Transaktionen entsprach im Großen und Ganzen dem Vorjahreswert, angetrieben durch einen Anstieg im ersten Quartal.

Derzeit sieht es nicht danach aus, als würden die Preise für die teuersten Objekte in London nach Rückgängen in den letzten Jahren noch viel weiter fallen, sagt Rory Penn, Leiter des Privatbüros bei Knight Frank. „Es gibt keine Anzeichen für einen weiteren Rutsch von zehn Prozent über Nacht“, sagte er.

40 Prozent britische Käufer

Angesichts der Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs entfielen dem Bericht zufolge 40 Prozent der Transaktionen bei Häusern im Spitzensegment des Londoner Marktes auf britische Käufer – das ist der höchste Anteil seit einem Jahrzehnt. Die Lockerung dieser Beschränkungen wird ein Schlüsselfaktor für Transaktionen im vierten Quartal sein, heißt es.

(Bloomberg/red.)