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Diamanten: Bann gegen blutige Steine aus Simbabwe

Diamanten Bann gegen blutige
Ap
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Anfang der Woche hat der weltgrößte Diamanten-Handelsverbund Rapaport seinen rund 10.000 Mitgliedern verboten, wissentlich Diamanten aus den Marange-Minen aus Simbabwe in Umlauf zu bringen.

Wien/Harare (hd). Diamanten sind in Simbabwe Chefsache. Oder besser gesagt Sache der Chefin. First Lady Grace Mugabe hat nämlich ein gewisses Naheverhältnis zu den kostbaren Steinen. Damit ist nicht gemeint, dass sie Anfang 2009 einem ihr offenbar lästigen Fotografen mit ihrem Diamantring neun Schnittwunden im Gesicht beibrachte, sondern, dass einheimische und britische Medien immer wieder darüber berichten, Frau Mugabe sei selbst in den Diamantenhandel involviert.

Mit dem Handeln auf offiziellem Weg tut sich das südafrikanische Land allerdings noch immer schwer: Anfang der Woche hat nämlich der weltgrößte Diamanten-Handelsverbund Rapaport seinen rund 10.000 Mitgliedern verboten, wissentlich Diamanten aus den Marange-Minen in Umlauf zu bringen. Wer es dennoch tut, wird ausgeschlossen. Rapaport, dessen Zentrale in den USA liegt, begründet dies so: Es gebe keine Garantie, dass es bei der Förderung nicht Menschenrechtsverletzungen gegeben habe.

 

Massaker an Schürfern

In der Marange-Region wurden 2006 immense Diamantvorkommen entdeckt, laut Experten der wichtigste Fund im südlichen Afrika in den vergangenen Jahren. Dies löste in dem verarmten Land einen wahren Diamantenrausch aus: Tausende machten sich ins Fundgebiet auf und versuchten dort ihr Glück. 2008 machte die Armee dem Treiben der Privatschürfer ein Ende: Laut der auf zwielichtigen Rohstoffabbau spezialisierten NGO „Global Witness“ gab es damals 200 Tote, und nachdem die Armee die Kontrolle übernommen hatte, habe sie Menschen gezwungen, unter erbärmlichsten Bedingungen für sie zu arbeiten.

Genau deshalb haben die Staaten des Kimberly-Prozesses – ein freiwilliges Regelwerk, das sogenannte „Blutdiamanten“ vom Markt fernhalten soll – den Handel mit Marange-Steinen im November 2009 untersagt. Im Juli wurde der Handel dann aber in gewissen Grenzen wieder erlaubt, was von Menschenrechtsorganisationen denn auch kritisiert wurde: Mit dem Geld, so der Tenor, werde nur ein autokratisches Regime am Leben gehalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2010)