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Theaterkritik

Nestroyhof: Windsbraut und Bräutigam aus Norwegen

„Ich bin der Wind“ mit Anne Bennent und Jakob Schneider, ein feines Kammerspiel von Jon Fosse im Theater Nestroyhof/Hamakom in Wien.Marcel Köhler
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Jon Fosses „Ich bin der Wind“ beschert ein Wiedersehen mit Anne Bennent, die auf einem imaginären Meer in den Tod reist: Ein feiner Abend für Freunde von szenischem Purismus.

„Warum hast du das getan?“, fragt er. „Ich war zu schwer“, sagt sie und: „Ich bin jetzt fort.“ Abenteuerreisen boomen, im Gebirge und auf dem Ozean kann man Viren entkommen, tatsächlich aber geht es um persönliche Grenzüberschreitungen. In der Einsamkeit ist man – wie es so schön heißt – auf sich selbst zurückgeworfen, die meisten aber nehmen doch einen Partner mit. Solidarität, an einem Strang Ziehen erweisen sich dann allerdings als hilfreich - in der Wildnis und auf dem Wasser.