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Elektroauto

Rechnung nicht bezahlt: Amt dreht Tesla den Wasserhahn ab

Rund dreissig Kilometer suedoestlich von Berlin baut Tesla seit diesem Fruehling die Gigafactory 4. Das erste Elektroauto-
Teslas Gigafactory in Deutschland hat die Wasserrechnung nicht bezahltimago images/Future Image
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Der Wasserverband Strausberg-Erkner macht auch vor großen Namen keine Ausnahme. Weil der US-Elektroautohersteller Tesla für seine Gigafactory bei Berlin die Wasserrechnung nicht bezahlt hat, wurde ihm der Wasserhahn einfach abgedreht.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hat am Donnerstag auf der Baustelle für die Tesla-Gigafactory bei Berlin das Wasser abgedreht. Das US-Unternehmen habe seine Wasserrechnung nicht bezahlt, wie eine Sprecherin erklärte. Zur Höhe der ausstehenden Rechnungsbeträge machte der WSE keine Angaben.

Demnach seien mehrere Erinnerungen, Mahnungen und eine Sperrandrohung mit 14-tägiger Frist ohne Antwort geblieben. Laut Sprecherin sei die Maßnahme auch als Warnung an den Bauherrn gedacht, es gäbe "keine Sonderregelung für irgendwen".

Erst in der Nacht zu Mittwoch hatte Tesla nach mehreren Wochen Verzögerung einen Erschließungsvertrag mit dem Wasserverband unterzeichnet. Dieser sei von Seiten des Wasserversorgers bereits seit Mitte September unterschriftsreif, das Unternehmen habe aber aus unbekannten Gründen erst einen Monat später unterzeichnet.

Der US-Elektrobauer Tesla baut derzeit im brandenburgischen Grünheide bei Berlin eine Fabrik. Die Produktion soll bereits im Juli 2021 starten; jährlich sollen dort bis zu 500.000 Elektroautos vom Band laufen.

Fabrik verbraucht 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr

Die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide nahe Berlin soll rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen - die Vorbereitungen für die Leitungen sind bereits in vollem Gang. "Wir müssen sie an unser vorhandenes Netz anschließen", sagte die Sprecherin des Wasserverbands Strausberg-Erkner, Sandra Ponesky, der Deutschen Presse-Agentur. Das Netz verlagere sich wegen des Großabnehmers Tesla in den Süden.

Die Genehmigungen verschiedener Behörden und Grundstücksfragen stünden noch aus. Die größte Herausforderung beim Bau der Wasserleitungen ist nach Angaben des Wasserverbands das Schmutzwasser, das nach Erkner geleitet werden soll. Das Trinkwasser soll aus Freienbrink kommen. Wann der Bau der Wasserleitungen beginnen kann, ist bisher offen. "Die reine Bauzeit sind zwei bis drei Monate", sagte die Sprecherin. Tesla unterzeichnete kürzlich den Vertrag zur Wassererschließung, in dem es um Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die erste Ausbaustufe der Fabrik geht.

Der Autobauer hatte seinen prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze nach Kritik von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr gesenkt. Der Verbrauch soll bei einem Ausbau nach den Plänen steigen: Im Entwurf für den geänderten Bebauungsplan der Gemeinde Grünheide heißt es: "Perspektivisch müssen zusätzliche 2,15 Millionen Kubikmeter pro Jahr bereitgestellt werden. Dabei sind weitere Kapazitäten zu erschließen." Langfristig sei sogar eine Versorgung mit weiteren 15,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr möglich.

In Grünheide will Tesla vom kommenden Sommer an Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500.000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern geplant. Umweltschützer und Anrainer befürchten negative Folgen für Natur und Grundwasser durch den Bau. Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht aus, Tesla baut aber mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Der Wasserverband Strausberg-Erkner hatte nach eigenen Angaben das Wasser für die Baustelle abgestellt, weil das Geld dafür bisher nicht eingetroffen sei.