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Coronavirus

1163 Neuinfektionen - die meisten in Oberösterreich

Die meisten Ansteckungen kamen mit 238 in Oberösterreich hinzu, für Wien wurden 230 ausgewiesen und für Tirol 206.

1163 neue Coronavirus-Fälle sind in Österreich bis Freitagvormittag (9.30 Uhr) innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Das waren deutlich weniger als der Rekord von 1552 vom Vortag, geht aus dem täglichen Update von Innen- und Gesundheitsministerium hervor. Die meisten Ansteckungen kamen mit 238 in Oberösterreich hinzu, für Wien wurden 230 ausgewiesen und für Tirol 206. Einen deutlichen Zuwachs gab es von 664 auf 700 Spitalspatienten, fünf weitere Erkrankte starben.

Der Sieben-Tages-Schnitt bei den Neuinfektionen ist im Vergleich zum Vortag mit 1171 annähernd stabil geblieben (1167). Nach den drei Bundesländern mit mehr als 200 neuen positiven Testergebnissen folgten Salzburg mit 165 Neuinfektionen und die Steiermark mit 145. In Vorarlberg gab es 76 weitere Fälle, in Niederösterreich 53 und in Kärnten sowie im Burgenland je 25.

Die Zahl der aktiven Fälle stieg österreichweit auf 12.887, die Opferzahl der mit dem Virus Verstorbenen auf 882. Von den 700 Hospitalisierten lagen 124 auf Intensivstationen, das waren fünf mehr als am Donnerstagvormittag.

Situation in Wien

Der Krisenstab in Wien beobachtet im Bereich der Pflegewohnhäuser derzeit steigende Fallzahlen. "Hier ist die Gesundheitsbehörde in engem Austausch mit den einzelnen Einrichtungen und überlegt gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern, die für ihr Haus passende Maßnahme. Zudem gibt es den Pflegekrisenstab, in dem Maßnahmen gesetzt werden", sagte eine Sprecherin des Krisenstabes.

Der Krisenstab gab auch eine Überblick über die Situation in den Wiener Bildungseinrichtungen: In Schulen gibt es 579 positive Fälle, in Kindergärten 48. Diese Zahlen muss man allerdings in Relation zur Gesamtzahl an Schülerinnen und Schülern bzw. Kindergartenkindern setzen. So gibt es in der Bundeshauptstadt mehr als 600 Schulen mit rund 230.000 Schülerinnen und Schülern. Weiters gibt es mehr als 2.000 Kindergarten-Standorte mit circa 87.000 Plätzen.

Insgesamt zeigt sich: Die Zahl der Neuinfektionen scheint im Sinken - wenn man sich den Sieben-Tages-Schnitt genauer betrachtet. Dabei hatte Wien vergangene Woche durchschnittlich 387,6 positive Fälle. Damit liegt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 139,2. Davor betrug dieser Wert 145,4. "Das bedeutet sinkende Fallzahlen", unterstrich die Krisenstab-Sprecherin.

Situation in Oberösterreich

Oberösterreich hat am Freitag wie erwartet die verpflichtende Gäste-Registrierung in der Gastronomie beschlossen. Zudem sollen die Schutzbestimmungen in Alters- und Pflegeheimen erhöht werden. Die am Dienstag in Kraft tretende Verordnung schreibt etwa das Tragen von Masken von Besuchern, Fiebermessen beim Eingang und Erfassung der Kontaktdaten vor.

Situation in Niederösterreich

m Zusammenhang mit einem Cluster um das Landesklinikum Zwettl sind am Freitag 26 mit dem Coronavirus infizierte Personen gemeldet worden. Das Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) verzeichnete zehn angesteckte Patienten und zwei erkrankte Besucher. Laut Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur wurde auch ein weiterer Mitarbeiter positiv getestet, womit 14 Mitglieder des Personals als infiziert galten.

In Niederösterreich befanden sich 10.144 Menschen in Quarantäne, teilte ein Sprecher der Landesrätin mit. In weiteren Clustern im Bundesland wurden zudem "minimale Zuwächse" gemeldet. So stieg die Zahl der Infizierten in Verbindung mit einer Integrationswerkstatt für Behinderte in Ternitz (Bezirk Neunkirchen) um drei auf zwölf an.

Situation in Tirol

Mit der roten Einstufung der Corona-Ampel für Innsbruck wird seit Donnerstagabend erstmals eine Landeshauptstadt in Österreich "mit hohem Risiko" bewertet. Für Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sei das "bedauerlich", sagte er in einer Pressekonferenz am Freitag. Zugleich warnte er aber: Sollten die Zahlen weiter steigen, könnten weitere Maßnahmen folgen. Zudem könne er eine Ausgangssperre zwar "derzeit" ausschließen, nicht jedoch für die Zukunft.

In der "Schublade" des Bürgermeisters seien "zu diskutierende, verschärfende Maßnahmen", welche die Sozialkontakte weiter einschränken, berichtete Willi über mögliche weitere Schritte der Stadt. Er werde sich jetzt aber "die nächsten Tage" anschauen. Man müsse sich "von Mal zu Mal anschauen, was vertretbar ist". Immerhin bedeuten Einschränkungen einen "massiven Eingriff in unsere Freiheiten", gab er zu bedenken. Wiederholt appellierte er an die Innsbrucker Bevölkerung, sich an die nun geltenden Regeln zu halten. "Jeder hat eine Gesamtverantwortung für die große Gruppe", meinte er.

Über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Innsbruck berichtete Willi, dass es "eine Gerade nach oben" gebe. "Die müssen wir drehen". Seit dem Sommer gab es einen Anstieg in drei Wellen, mit Stand Freitagvormittag waren 453 Menschen mit dem Virus infiziert. Der Bürgermeister wies zudem auf einen Cluster in einem Altersheim im Stadtteil Saggen hin, der problematisch sei.

(APA)