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Debatte

Zwölf Leser, zwölf Meinungen zur Coronakrise

Die Coronakrise hat Österreich wieder fest im Griff, auch auf den Debattenseiten wird viel darüber diskutiert. Wir präsentieren eine Auswahl an Leserbriefen.

Verantwortung in die Hände der Ärzte

Zum Gastkommentar: "Das Land in der Corona-Sackgasse“ (Philipp Olivier)

Endlich, Dank sei der "Presse", ein weiterer kritischer Kommentar einer kompetenten Person. Eines Arztes, der sich mit der aktuellen Situation auseinandersetzt und aufgrund seiner Erkenntnisse als Mediziner und unter Verwendung des gesunden Hausverstands zu einem ganz anderen, von Vernunft und Verantwortung getragenen Ergebnis kommt als die vom hysterisch-medialen Populismus getriebenen Politiker.
Alle Welt schaut auf die Zahl der Infizierten, dabei geht es doch um die Anzahl der behandlungswürdigen Krankheitsfälle. Gerade einmal 0,005 % oder anders gesagt fünf Promille der österreichischen Bevölkerung sind so von Covid-19 betroffen, dass ein Spitalsaufenthalt notwendig wurde. Die Verantwortung muss wieder zurück in die Hände der Ärzte gelegt werden, dort gehört sie hin. Keinesfalls in die Hände der Politik.
Norbert E. Seiger, 3354 Wolfsbach

Das Land in der Corona-Sackgasse, meint der Kommentator. Man hätte . . . Na ja, hinterher ist man immer klüger! Olivier kritisiert die Fixierung auf die Zahlen. Leider spielen die aber eine essenzielle Rolle in diesem Drama. Sie sind unter anderem Grundlage der Sieben-Tage-Inzidenz, die über Reisewarnungen seitens des Auslands (z. B. Deutschland) entscheidet, mit den fatalen Konsequenzen für Tourismus, Gastronomie usw.
Dr. Josef Greimler, 2560 Berndorf

Trump macht Mut!

Bravo, Donald Trump. Mehrere US-Sender sprechen zwar von einer Fake-Erkrankung und einem Wahlkampf-Stunt, aber der Präsident macht seinen Landsleuten immerhin Mut, wenn er sagt: "Fürchtet euch nicht vor Corona!" Unsere Politiker sollten sich von Donald Trump eine dicke Scheibe abschneiden - statt Angstmache und haarsträubender Verordnungen, die Zigtausende Existenzen gefährden, den Menschen Mut machen: "Fürchtet euch nicht vor Corona!" So geht's!
Peter Stumvoll, 1160 Wien

Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich mit Donald Trump einer Meinung bin: China ist für die Verbreitung des Wuhan-Virus über die ganze Welt verantwortlich und muss dafür (wie auch immer) zur Rechenschaft gezogen werden. An dieser Stelle verstehe ich die Kritik an Trump nicht. Von "Kriegserklärung" zu sprechen, wenn solche Fakten (zugegeben wenig diplomatisch) präsentiert werden, schon gar nicht.
Auf der anderen Seite wird das Süßholzraspeln von Xi zur "friedlichen" Politik Chinas unkommentiert wiedergegeben. Dabei steht diese Aussage im krassen Widerspruch zur aggressiven Expansionspolitik Chinas (Stichworte: Hongkong, Taiwan, Tibet sowie die widerrechtlichen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer bis vor die Küste der anderen Anrainerländer) wird leider nicht erwähnt. Ich wünsche mir eine ausgewogenere, weniger einseitige Berichterstattung in den Medien. Nur dadurch kann den Eiferern, die von "Lügenpresse" sprechen, das Wasser abgegraben werden.
Ernst Warnecke, 2103 Langenzersdorf

Einfach den Mund halten

Corona breitet sich weiter aus. Leider missachten viele die geltenden Hygieneregeln. Oft lässt sich aber der nötige Abstand nicht einhalten, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn der nötige Abstand fehlt, lässt sich jedoch das Ansteckungsrisiko vermindern, indem jeder den Mund hält, solang man eng beisammen ist. Denn beim Sprechen, Kichern oder Lachen verlassen viel mehr Tröpfchen Mund und Nase als beim ruhigen Atmen! Daher liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen. Klappt es mit dem Abstand nicht, soll man zumindest den Mund halten!
Rudolf Danninger, 4293 Gutau

Die Corona-Ampel ist nicht gescheitert

Im Wesentlichen wurde die Öffentlichkeit bisher über Neuerkrankungen mit absoluten Ziffern eines Bundeslandes informiert. Auch über Bezirkshauptmannschaften oder Gemeinden wurde keinerlei Auskunft erteilt, wo nun tatsächlich Fälle aufgetreten waren. Das war wenig hilfreich, liegen ja, etwa in NÖ, Bezirke weit auseinander.
Mit der Corona-Ampel besteht nun die Möglichkeit, sich in Bezirken mit geringem oder hohem Risiko dementsprechend zu verhalten.
Von Scheitern kann also überhaupt nicht die Rede sein.
Herbert Kafka, 3033 Altlengbach

Über Eigenverantwortung nachdenken

In ihrem Kommentar über die Gefahren einer ungesunden Lebensweise und das Risiko einer Coronavirus-Infektion macht Frau Walterskirchen anschaulich auf einen Widerspruch in der laufenden Diskussion über unsere Freiheiten im Gesundheitssystem aufmerksam. Sich selbst und andere durch Alkohol, Zigaretten und ungesunde Lebensweise (bis hin zum Suizid) zu schädigen, ist grundsätzlich erlaubt. Aber sich und andere in die Gefahr einer Covid-19-Infektion zu begeben, wird bestraft und führt zu einer Reihe von gravierenden Freiheitsbeschränkungen. Die Emotionen darüber sind bei diesem Gegensatz verständlich. Eine Bevölkerung, die gewohnt ist, dass Sozialversicherungen beim Leistungsanfall keinen Unterschied machen, ob man vorsorglich gesund oder auf Kosten anderer ungesund gelebt hat (Ausnahme SVA der Selbstständigen), akzeptiert diese Beschränkungen nur über ein tägliches Bedrohungsszenario, an das man sich eben schwer gewöhnt. Es ist daher richtig, darüber nachzudenken, wie das Ausmaß der Sozialleistungen in Bezug auf die Eigenverantwortung in Zukunft sein soll. Die Bevölkerung hat aber keine Freude, wenn dem Einzelnen für sein ungesundes Verhalten Nachteile erwachsen. Es wäre ein positiver Aspekt dieser Pandemie, wenn die unendliche Geschichte dieser Erkrankungswelle transparent macht, dass es einen Zusammenhang zwischen Freiheitsbeschränkung und fehlender Eigenverantwortung gibt.
Dr. Otto Pjeta, Allgemeinarzt und ehem. Präsident der ÖÄK; 4652 Steinerkirchen

Einer der größten Fehler von Minister Anschober ist es zweifellos, so viel auf die Eigenverantwortung der Bürger zu setzen. Als Grüner müsste er wissen, dass die Verantwortungslosigkeit allzu vieler Mitmenschen den Klimawandel derart antreibt.
Auch bei der gegenwärtigen Pandemie ist es so: Die Angst vor dem Virus lässt nach. Jetzt kann nur noch die Strenge des Gesetzes die Verantwortungsbewussten unterstützen.
Rudolf Danninger, 4293 Gutau

Die Ignoranz breiter Bevölkerungsschichten gegenüber der hohen Corona-Ansteckungsgefahr ist bedrohlich. Nicht nur, aber insbesondere in den Reihen der Jugendlichen und jüngeren Menschen, denen unser Staatswesen bisher so vieles geboten hat, sind viele offensichtlich nicht gewillt, bisherige Vergnügungen, Partys und Nachtleben einzuschränken.
Hier merkt man deutlich, dass bei der Erziehung von Heranwachsenden Disziplin und Rücksichtnahme (Lehrer können ein Lied davon singen) keine bedeutende Rolle mehr eingenommen haben. Unsere Bundesregierung, die von ihren politischen Gegnern ständig bekämpft wird, sollte in ihren Bemühungen um uns wenigstens von den Bürgern im eigenen Interesse besser unterstützt werden.
Mag. Renate Wisinger, 2500 Baden

Junge gefährden ihre Zukunft

Es sind vor allem die Alterskohorten zwischen 15 und 34, in welchen die Infektionen in den vergangenen Wochen explodiert sind, dank der Sorglosigkeit vieler junger Leute. Und diese daraus resultierende starke Zunahme der Covid-Infektionen hat z. B. zur Reisewarnung für Wien und Teile Österreichs geführt. Nun sind die Jungen ja tatsächlich wenig gefährdet seitens des Virus. Aber wenn durch das Ausbleiben der Touristen Hotels und Gastbetriebe Mitarbeitern kündigen oder sogar zusperren, dann gehen ja nicht nur diese Einnahmen und Arbeitsplätze verloren, sondern letztlich auch jene der vielen Dienstleister und Zulieferer in diesem Sektor. Dem Staat entgehen Steuereinnahmen, und gleichzeitig entstehen neue Kosten für diverse Hilfsmaßnahmen, was die Schuldenlast vergrößert. Man muss es wohl klar sagen: Liebe junge Leute, mit eurer Sorglosigkeit gegenüber Corona leistet ihr auch selbst einen massiven Beitrag zur Gefährdung eurer Zukunft.
Dr. Josef Greimler, 2560 Berndorf

Sollten nicht in Panik geraten

Solange wir so wenig über die Ausbreitungsmöglichkeiten des Coronavirus und mögliche Mutationen wissen, sollten wir uns nicht der Panik hingeben. Keine Frage, dass das Virus bei massiv Betroffenen sehr gefährlich sein und Folgeschäden verursachen kann. Eine ständige Maskenpflicht, damit teilweise verbrauchte Luft ständig wiedereinzuatmen, wie mancherorts gefordert, erscheint keinesfalls zielführend. Ständig mit Maske umherzulaufen minimiert die Aufnahme von Sauerstoff, und gerade der ist in Coronafällen ja äußerst wichtig. Situationsbedingt sollte Maskentragen jedoch für jeden selbstverständlich sein! Die Vorstellung, masketragend vor einer Corona-Ansteckung absolut gefeit zu sein, dürfte jedoch ein Irrtum sein. Im Fall Tönnies (deutscher Fleischverarbeitungsbetrieb) wurde bei nachträglichen Untersuchungen nachgewiesen, dass sogar auf eine Entfernung von bis zu acht Metern Ansteckungen möglich waren, obwohl die Arbeiter dort Maske trugen! Somit scheint klar zu sein, dass niemand vollständig vor einer Ansteckung gefeit ist und wir, mit gebotener Vernunft, Abstand und Hygiene mit Corona - wie auch mit anderen Viren - werden leben müssen. Bis wann wirklich eine effektive Impfung, ohne massive Nebenwirkungen, flächendeckend möglich ist, wird sich erst weisen. Bei HIV gibt es das heute noch nicht!
Auch wenn noch viele ungeklärte Fragen im Raum stehen, sollten wir uns das Leben mit etwas gebotener Vorsicht nicht vermiesen lassen!
Kurt Höfferer, 6912 Hörbranz

Bleiben wir bei den Tatsachen

Kaum stellt ein unverantwortlicher Mediziner medizinisch falsche Thesen in den Raum, machen diese schon die Runde. Wie die Behauptung, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes dazu führt, dass verbrauchte Luft ständig wieder eingeatmet und die Aufnahme von Sauerstoff minimiert wird. Wenn der werte Leserbriefschreiber längere Zeit vor seiner Zeitung sitzt, atmet er auch ständig seine bereits verbrauchte Luft wieder ein. Hoffentlich ohne dass es ihm schadet. Die Masken sitzen wohl kaum luftdicht vor dem Gesicht, und wer sie regelmäßig erneuert, hat sicher auch kein Problem mit der Sauerstoffversorgung. Sonst würde jeder Chirurg bei einer langen OP kurz vor der Bewusstlosigkeit stehen. Über mögliche Mutationen des Coronavirus wissen wir auch gar nicht so wenig: Es ist ein RNA-Virus mit relativ großem Erbgut und ungewöhnlich guten Reparaturmechanismen. Daher gibt es auch nicht den sonst häufig üblichen genetischen Virus-Cluster (wie z. B. bei Influenza), sondern nur die eine Variante. Zum Glück. Also: Bleiben wir bitte bei den Tatsachen.
Ao. Univ.-Prof. Thomas Kolbe, 3701 Großweikersdorf