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Sechs Monate ist es her, seit man hätte glauben können, wir stünden am Beginn eines solidarischeren Zeitalters.
Spectrum

Coronavirus und neue Solidarität – war da was?

Der Spirit dieser Tage lautet: „Wir halten zusammen.“ Solidarität also. Aber wo ziehen wir die Grenze, und welchen Preis sind wir bereit, dafür zu zahlen? Über Arbeit ohne Netz und Ellbogen, die wieder da sind.

Begonnen haben die Recherchen vor beinahe einem Jahr, im Herbst 2019. „Was hat eine (halbwegs) geordnete, geregelte und (zumindest in ihren Grundzügen) überschaubare Wirtschaft hierzulande mit den himmelschreienden Zuständen in weiten Teilen der Welt außerhalb Europas zu tun?“ So lautete der Startpunkt, von dem sich die Mäander journalistischer Neugier fortbewegten. Gut: Das „überschaubar“ ist angesichts der Ereignisse um Wirecard und um eine burgenländische Regionalbank zu relativieren, aber auch nach Bekanntwerden dieser Skandale ist der Unterschied zwischen Europa und der übrigen Welt immer noch exorbitant groß. Dieser Unterschied hat einen Namen: informeller Sektor – in diesem arbeiten Menschen, die weitgehend ohne Netz agieren. Agieren müssen. Ohne Arbeitsvertrag, ohne Sozialversicherung, ohne geregelte Arbeitszeiten und ohne Alternativen für die meisten – ein Hangeln von Tag zu Tag.