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Stefanie Sargnagel ist in Wien aufgewachsen. Ihr neues Buch handelt davon.
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Im Gespräch

Stefanie Sargnagel: "Fiktion ist nicht mein Ding"

Stefanie Sargnagel hat ein neues Buch herausgebracht. Einen Roman, ausnahmsweise. Ein Gespräch über irrlichternde Säufer, Leichtsinn und ihre Sehnsucht nach der Schule.

Eigentlich ist Stefanie Sargnagel ja eine Meisterin der knappen Form. Der allerknappsten. Beobachtungen, Erinnerungen, ein Wunsch, ein aufgeschnapptes Gespräch – mit Witz, Intelligenz und oft atemraubender Ehrlichkeit in ein, zwei Absätzen, manchmal auch nur Zeilen niedergeschrieben, das waren ihre „Statusmeldungen“. So wurde sie bekannt, erst auf Facebook, dann auch in der literarischen Welt.

Doch jetzt hat sie mit „Dicht“ ihren ersten Roman vorgelegt, 256 Seiten lang, über ihre Jugend in Wien, und wenn man so will, findet man ausgerechnet in diesem Ausflug in die lange Form eine Erklärung dafür, warum Sargnagel eigentlich der kurzen Form verfallen ist – auch wenn das auf den ersten Blick paradox wirken mag.

Es ist nämlich so: Das Buch handelt nicht nur von Sargnagel selbst, sondern auch von Michael Stanger. Einem Säufer. Einem, der im Beisl „galant rauchend“ vor sich hin redet, dazwischen straßenpoetische Aperçus von sich gibt und zu den ihm lauschenden Teenagern Sachen sagt wie: „Ach, ihr lieben Nachkommen, ich bin nur noch ein Vorkommen.“ Dieser Michi, sagt Sargnagel, habe ihre Sicht auf die Welt geprägt mit seiner spielerischen, amüsierten Leichtigkeit. „Ich hatte in der Jugend definitiv ein Idolgefühl ihm gegenüber, auch wenn mir irgendwie klar war, dass ein arbeitsloser Alkoholiker nicht das vernünftigste Idol ist. Aber sobald ich ihn kennengelernt hatte, hat das meinen Sprach- und Schreibstil positiv beeinflusst.“