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AUT, OeSV, Training
Ski-Weltcup

Der oberste Skilehrer der Nation

Einst haben sie Marcel Hirscher zum besten Skifahrer der Welt gemacht, nun haben Ferdinand Hirscher und Mike Pircher eine neue Mission: Die Rettung der Skination Österreich.

Sölden. Ferdinand „Ferdl“ Hirscher war Holzfäller, Hüttenwirt, Skilehrer und vor allem Trainer von Marcel Hirscher, dem besten Skifahrer der Geschichte. Nun aber nimmt sich der 65-Jährige die gesamte rot-weiß-rote Skination vor.

Was übertrieben klingen mag, ist nur folgerichtig: Spät, aber doch hat der Österreichische Skiverband den Riesentorlauf als momentanes „Kernproblem“ (ÖSV-Sportdirektor Toni Giger) ausgemacht. Doch es handelt sich dabei nicht etwa um eine Schwächephase in einer von mehreren Disziplinen des Skisports, sondern um eine klaffende Lücke in der alpinen Grundausbildung, im Riesentorlauf trainieren sich die Athleten den perfekten Schwung auch für Abfahrt und Slalom an. Außerdem kann es nur mit einem schlagkräftigen Riesentorlaufteam gelingen, den viel zitierten Nationencup, der im vergangenen Winter erstmals nach 30 Jahren an die Schweiz gegangen ist, wieder zurück nach Österreich zu holen. Kurzum: Der Riesentorlaufschwung entscheidet über die Zukunft der Skination.

Welch dringender Handlungsbedarf besteht, zeigte gleich der Auftakt in Sölden: Platz 19 als Topresultat bedeutete das nächste Debakel. Schon im vergangenen Weltcupwinter haben die ÖSV-Herren im Riesentorlauf nur zwei Podestplätze eingefahren, im Nationencup landeten sie auf Platz sieben hinter Slowenien und Kroatien. Ein bitterböses Erwachen im ersten Jahr nach Ende der Marcel-Hirscher-Festspiele. Der Abgrund, den der Superstar mit seinen 31 Siegen in dieser Disziplin ein Jahrzehnt lang überdeckt hat, hat die schlimmsten Vorstellungen übertroffen. So ist der längst zurückgetretene Philipp Schörghofer mit seinem Erfolg im Februar 2011 in Hinterstoder der bisher letzte österreichische Sieger in einem Weltcup-Riesentorlauf, der nicht Marcel Hirscher heißt.