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Thailand

Aktivisten trotzen Demo-Verbot

(c) APA/AFP/JACK TAYLOR
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Erneut Massenproteste gegen König und Regierung.

Bangkok. „Beendet die Diktatur“ und „Reformiert die Monarchie“ skandierten auch am Sonntag Demokratie-Aktivisten in Bangkok: Trotz Festnahmen und eines Versammlungsverbotes haben in Thailand erneut Tausende Menschen gegen die Regierung von Premier Prayut Chan-o-cha demonstriert.

Sieben Menschen seien nach friedlichen Protesten am Samstag in Bangkok festgenommen worden, teilte die Rechtshilfegruppe Thai Lawyers for Human Rights mit. Unter ihnen sei Panupong Jadnok, einer der wenigen bis dahin noch freien Köpfe der Demokratiebewegung. Seit Verhängung des Ausnahmezustands vergangene Woche wurde Dutzende Aktivisten inhaftiert.

 

Premier „will reden“

Die Regierung hatte nach einer Großdemo in Bangkok, bei der die Teilnehmer zum Regierungssitz marschiert waren und dort kampiert hatten, Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen verboten und mehrere Straßen sperren lassen. Auch am Sonntag wurden in Bangkok Bahnhöfe gesperrt, um Ankünfte von Demonstranten zu behindern.

Im südostasiatischen Land gibt es seit Monaten Massendemonstrationen. Die Teilnehmer fordern den Rücktritt des Regierungschefs, eine Neuwahl und umfassende Reformen. General Chan-o-cha ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Die Demokratiebewegung fordert auch ein Ende der Einschüchterungen. Es geht aber auch um die Rolle der Monarchie und ein strenges Gesetz, das bis zu 15 Jahre Haft für Majestätsbeleidigung vorsieht. Kritik an der Monarchie war in Thailand lange ein Tabu. Das Königshaus hat aber weiterhin viele Anhänger.
Trotz der drakonischen Maßnahmen gegen seine Kritiker signalisierte der Premier gestern erstmals ein Entgegenkommen: Er sei zu einem Gespräch bereit, sagte er. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2020)