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Freizügiges Foto

#ImwithSanna: Solidarität mit der finnischen Ministerpräsidentin

(c) APA/AFP/ALAIN JOCARD
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Sanna Marin zeigte sich auf einem Foto im Blazer, unter dem sie nichts Erkennbares trug. Dafür erhielt sie Kritik, aber auch Solidarität. Denn in den sozialen Medien zeigen sich immer mehr Frauen ebenfalls im Blazer - und nichts darunter.

Vergangene Woche hatte die Ministerpräsidentin Finnlands, Sanna Marin, für Aufsehen gesorgt. Auf einem Foto für das finnische Modemagazin Trendi trug sie einen eleganten Blazer - und darunter nichts, so schien es zumindest. Der Aufschrei war groß: ihr Ausschnitt zu tief, das Outfit „geschmacklos“ oder „unangemessen", Marin zeige sich für ihre Position als Regierungschefin viel zu freizügig, sie würde mit diesem Auftritt ihre Glaubwürdigkeit untergraben.

In den sozialen Medien wird nun auf die Reaktion auf das Foto reagiert. Dort zeigen sich nun User ebenfalls im Blazer und mit tiefem Ausschnitt, schreiben eine Solidaritätsbekundung und den Hashtag #ImWithSanna darunter - so viel wie „Ich stehe hinter Sanna“. „Die Aufgabe einer Frau ist es nicht, sich so anzuziehen, dass sie anderen gefällt. Die Kompetenz oder die Fähigkeiten von Frauen sollten nicht an ihrem Aussehen oder anhand ihres Ausschnitts beurteilt werden“, heißt es dort etwa. Oder: „Professionalität wird nicht durch die Tiefe eines Ausschnitts definiert."

„Was wir als Frauen in der Öffentlichkeit tragen, wird genau unter die Lupe genommen. Dabei sollten wir nicht danach beurteilt werden, was wir tragen, sondern was wir auf den Tisch bringen“, schreibt eine andere Nutzerin. „Frauen wurden immer schon sexualisiert, das ist in der heutigen Zeit inakzeptabel. Hören wir auf, auf Körperteile von Frauen überzureagieren.“

Das Trendi-Magazin hat nun einige der #ImWithSanna-Bilder auf seinem Instagram-Account veröffentlicht.

Mari Karsikas, Chefredakteurin von Trendi, schreibt: „Die Aufregung zeigt deutlich, dass das, was auf den Bildern zu sehen ist, viel über den Betrachter selbst aussagt. Viele sahen ihre Brüste überhaupt nicht, sie sahen Sanna Marin in einem trendigen schwarzen Hosenanzug.“ Einem Hosenanzug, der in den letzten Jahren in zahlreichen Frauenmagazinen und auf Instagramfotos zu sehen war. „Auf Instagram posten sie Herzen und Flammen unter das Bild.“ Aber bei einer Politikerin „verbinden sie das Outfit mit Professionalität, Intelligenz und Know-how.“ 

Auch eine Abgeordnete der Opposition, die Sanna Marin für das Foto kritisiert hatte, nimmt noch einmal Stellung dazu. Elina Lepomäki von der Nationalen Koalitionspartei hat einen Tweet gelöscht, in dem sie einen Blog-Beitrag über Marin geteilt hatte. In diesem hatte sich der finnische Unternehmer Aki Pyysing unter anderem über die Größe ihrer Brüste lustig gemacht und behauptet, Marin würde mit dem Foto nur Aufmerksamkeit suchen. Lepomäki schreibt: „Mein Fehler. Ich habe es nachlässig geteilt und nicht den gesamten Text gelesen, der persönlich wurde und das Aussehen der Premierministerin verspottete“, schreibt sie, "Ich unterstütze eine solche Gesprächskultur nicht. Bitte @MarinSanna, Es tut mir leid."

(bsch)