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Coronavirus

Indoor-Treffen nur mit sechs Personen, Outdoor mit zwölf Personen erlaubt

Die Regierung hat am Montag neue Verschärfungen verkündet.
Die Regierung hat am Montag neue Verschärfungen verkündet.(c) APA/ROLAND SCHLAGER
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Die Regierung hat bundesweite Verschärfungen verkündet. Professionelle Veranstaltungen dürfen nur noch mit zugewiesenen Sitzplätzen und einer Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung stattfinden, Speisen und Getränke gibt es nicht.

Seit Wochen steigen die Coronavirus-Zahlen, am Samstag wurde ein neuer Höchstwert bei den Neuinfektionen verzeichnet, erstmals seit dem Frühling ist mit Kuchl in Salzburg wieder eine Gemeinde unter vollständiger Quarantäne.

Die Situation zwingt die Regierung zum Handeln. Nach einer Videokonferenz mit den Landeshauptleuten hat Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag – gemeinsam mit Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer - bundesweite Verschärfungen verkündet:

So werden private Treffen im öffentlichen Raum ab Freitag, 0:00 Uhr massiv eingeschränkt. Alle Maßnahmen sollen mindestens für vier Wochen gelten:

  • Bei privaten Zusammenkünften dürfen sich Indoor nur noch maximal sechs (erwachsene) Personen treffen, Outdoor maximal zwölf Personen.

    Das gelte „überall“, so Bundeskanzler Kurz, „im Restaurant, beim Yoga-Kurs, in der Tanzschule, bei der Geburtstagsfeier, bei der Hochzeit, in Vereinslokalitäten.“ Outdoor muss die Zwölf-Personen-Beschränkung etwa auch bei einer Wanderung eingehalten werden. Die Personenbeschränkung gilt übrigens auch für Kinder-Kurse, etwa in der Musikschule oder beim Karatekurs. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Begräbnisse. Auch berufliche Tätigkeiten sind ausgenommen.

  • In der Gastronomie dürfen demnach nur noch sechs bzw. zwölf Personen an einen Tisch sitzen. Dazu kommt, dass Restaurants mit mehr als 50 Sitzplätzen künftig ein Präventionskonzept erstellen müssen (statt bisher ab 200 Plätzen).
  • In privaten Wohnräumlichkeiten könne dies natürlich nicht überprüft - oder gestraft - werden, allerdings gebe es hier die „dringende Empfehlung“, auch hier diese Regel einzuhalten, sagte Kurz.

  • Für den Vereinssport gilt die Personenbeschränkung nicht, so Sportminister Kogler, sofern ein Präventionskonzept vorliegt. Hier dürfen weiterhin so viele teilnehmen, die für eine Ausübung nötig sind. Ein Beispiel: Outdoor-Fußball mit zweimal elf Personen ist erlaubt, indoor allerdings nur sechs gegen sechs. Ein nicht angemeldetes Fußballspielen mit mehr als zwölf Personen auf der Wiese ist hingegen nicht gestattet. Auch im Schwimmbad sind mehr Menschen erlaubt, bei einem Kurs allerdings nur sechs Personen.

  • „Professionelle Veranstaltungen“ sind nur noch mit zugewiesenen Sitzplätzen und einer Mund-Nasen-Schutz-Pflicht während der gesamten Veranstaltung erlaubt. Auch hier wird die Personenzahl eingeschränkt: Outdoor sind 1500 Personen erlaubt, das trifft etwa die Fußball-Bundesliga, Indoor 1000 Personen. Speisen und Getränke dürfen nicht mehr verabreicht werden.

    Neu ist, dass alle Veranstaltungen über der Sechs- bzw. Zwölf-Personen Grenze künftig anzeigepflichtig bei der Gesundheitsbehörde sind. Die Bewilligungspflicht für Veranstaltungen gilt weiterhin ab 250 Personen.

Weitere Maßnahmen können wie auch bisher auf regionaler Ebene beschlossen werden, sagte Kurz: Das gelte etwa für eine vorverlegte Sperrstunde, ein ortsgebundenes Alkoholverbot, Einschränkungen im Bildungsbereich oder regionale Quarantänemaßnahmen.

Kurz pocht auf Eigenverantwortung

„Wir erleben alle gemeinsam das, was für den Herbst zu erwarten war. Die zweite Welle breitet sich in Europa aus“, rechtfertigte Kurz die neuen Maßnahmen. Das Wachstum sei exponentiell – auch in Österreich. So haben sich die Neuinfektionszahlen in den letzten drei Wochen verdoppelt, gehe das so weiter, stehe man im Dezember bei „6000 Neuinfizierten pro Tag.“

Das Wichtigste sei somit weiterhin das eigene Verhalten, sagte Kurz. Die nächsten Monate würden ein "rot-weiß-roter Kraftakt". Viele würden bereits ihren Beitrag leisten. „Aber einige ignorieren die Maßnahmen und verursachen einen großen Teil des Schadens.“ Dafür habe Kurz kein Verständnis. Kurz hatte sich schon am Sonntag mit einem Facebook-Video an die Bevölkerung gewandt und eingemahnt, private Zusammenkünfte zu reduzieren und Partys zu unterlassen.

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1121 Neuinfektionen

Gesundheitsminister Anschober schlug in dieselbe Kerbe: „Die Pandemie ist kein Tsunami, es ist kein Schicksal“, sagte Anschober. „Wir haben es in der Hand“. Schon mit einem Drittel weniger Kontakte verringere man das Ansteckungsrisiko auf die Hälfte. Auch die anderen Maßnahmen, Abstand halten, Hände waschen, „auch das ist nicht schwer.“ Zudem rief Anschober auf, nun doch noch die „Stopp-Corona-App“ zu installieren.

Am Montag wurden Anschober zufolge 1121 Neuinfektionen und 798 Neugenesene gemeldet. 799 Personen befinden sich in Spitälern, 145 davon in der Intensivstation.

Der Gesundheitsminister präsentierte zudem ein Konzept für den Schutz von Risikogruppen in Altersheimen: So gilt dort künftig eine Masken-Pflicht in allen allgemeinen Bereichen. Bewohner sollen bei Aufnahme getestet werden, das Personal wird regelmäßig getestet. Für Besucher gibt es Gesundheitschecks, eine verpflichtende Voranmeldung und ebenso eine Maskenpflicht.

Gesichtsvisiere (noch) nicht verboten

Im Vorfeld war spekuliert worden, dass auch die durchsichtigen Gesichtsvisiere (Face Shields) verboten werden sollen. Deren Schutzfunktion würde derzeit in einer Studie geprüft, meinte Anschober, danach werde es entsprechende Konsequenzen geben. Er verwies aber auf die „dringende Empfehlung des Gesundheitsministeriums", eng anliegende Masken zu verwenden. Man gehe davon aus, dass der Schutzeffekt hier wesentlich größer sei.

Innenminister Nehammer rief dazu auf, die Vorschriften einzuhalten: „Es geht darum, die Infektionsketten zu brechen.“ Die Polizei würde hier „auf die Bevölkerung aufpassen", und dabei die „3D-Strategie“ anwenden: „Dialog, Deeskalation, aber wenn es nötig ist, Durchgreifen.“

(red.)