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Ihre Meinung

Mitreden: Droht ein zweiter Lockdown?

„Das Leben soll weitergehen“, sagt die Regierung. Gleichzeitig verschärft sie die Maßnahmen im Kampf gegen das exponentielle Wachstum der Corona-Zahlen. Reichen die neuen Beschränkungen aus? Und: Sind Sie sinnvoll? Diskutieren Sie mit!

Die Regierung stimmte am Montag ein „corona-müdes“ Österreich auf einen „rot-weiß-roten Kraftakt“ in einem „sehr schwierigen Herbst und Winter“ ein. Denn das exponentielles Wachstum bei den Corona-Zahlen soll auf jeden Fall gestoppt werden. „Je mehr Menschen einen Beitrag leisten, desto besser kommen wir durch diese Krise“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der bereits am Sonntag auf Facebook einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung richtete.

Die neuen Regeln: Drinnen, also zum Beispiel im Restaurant oder Vereinslokal, dürfen sich künftig nur noch (mit wenigen Ausnahmen) maximal sechs Personen treffen, draußen zwölf Menschen. Kindergärten und Schulen sollen so lang wie möglich offen bleiben, auch Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen können (mit schärferen Restriktionen) stattfinden. Die Sperrstunde bleibt Ländersache. „Das Leben soll ja weitergehen“, sagt Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). 

Was Kogler und der Rest der Minister auch weiß: Vieles ist vom Willen der Bevölkerung abhängig. Der „Kontrolldruck" soll laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) zwar steigen, aber Feiern in Privatwohnungen lassen sich so nicht unterbinden. Man brauche „dieselbe Stimmung wie wir sie im Frühling gehabt haben“, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und spricht vom starken Zusammenhalt in Zeiten des Lockdowns.

Dass die Eigenverantwortung ungeachtet aller Regierungsmaßnahmen letztendlich entscheiden wird, ob Österreich halbwegs gut aus der Corona-Krise kommt, meine auch ich in einen Kommentar. Allerdings wäre das mit der Eigenverantwortung auch einfacher, wenn die Politik ihre Maßnahmen (und auch die Lockerung ebendieser) klar begründet .

Dass dies zuletzt vernachlässigt wurde, meint auch Kollege Köksal BaltaciEr ortet in einer Analyse zahlreicher Fehler in der Krisenkommunikation, die zu Verunsicherung führten und den Nährboden für Verschwörungstheorien bereiteten. Wie sich letztere verbreiten und wer die Menschen sind, die daran glauben, hat sich unterdessen Elisabeth Postl angesschauzt.

Übrigens: Auch Querschreiber Christian Ortner ist mit der Regierungskommunikation unzufrieden und stellt sich viele Fragen. Er findet: „Es wäre langsam höchste Zeit, dass uns die Regierung plausibel erklärt, welche Maßnahmen wie wissenschaftlich begründet sind und was ihr langfristiger Plan ist."

Die Pandemie ist ein weltweites Problem. Aber machen es andere Länder besser als Österreich? Ja, meint unter anderem unser Gastkommentator Peter Bistoletti. Der Mediziner aus Österreich lebst schon lange in Schweden und erklärt ausführlich, warum er den dortigen Weg trotz höherer Corona-Zahlen besser findet.

Der schwedische Weg ist aber auch ein riskanter, wie Innenpolitik-Chef Oliver Pink in seinem Leitartikel schreibt. Dennoch wandere Österreich derzeit auf Schwedens Spuren. Funktioniere dies in absehbarer Zeit nicht, müsse „radikal nachgeschärft"werden, so Pink. Denn: „Das übergeordnete Ziel muss das Überleben der größtmöglichen Zahl sein."

(Stefanie Kompatscher)

Diskutieren Sie mit: Was halten Sie von den neuen Maßnahmen? Wie viel Eigenverantwortung trauen Sie den Österreichern zu? Wie zufrieden sind sie mit dem Krisenmanagement? Und: Wie gehen Sie persönlich durch diesen Corona-Herbst?