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Coronavirus

Irland wird ab Mittwoch zugesperrt

Leere Straßen in Galway: Sechs Wochen lang dürfen sich die Iren nur in einem Radius von 5 km um ihr Haus bewegen.
Leere Straßen in Galway: Sechs Wochen lang dürfen sich die Iren nur in einem Radius von 5 km um ihr Haus bewegen.REUTERS
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Irland begibt sich zum zweiten Mal in einen Lockdown-Modus: Besuche von Freunden sind verboten, Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten. Nur die Schulen sollen offen bleiben.

Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Das bedeutet im Grunde einen Lockdown: Irland fährt damit zum zweiten Mal das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben weitgehend herunter.

Auch in anderen Ländern Europas sind schärfere Maßnahmen in Kraft getreten und Regionen haben - wo wie in Irland - Ausgangssperren eingeführt, Restaurants und Lokale sowie Geschäfte (außer jene des täglichen Bedarfs) geschlossen. In Wales wird mit Freitag das öffentliche Leben weitgehende eingestellt ebenso wie in der bayrischen Region Berchtesgadener Land. Irland ist das erste EU-Land, das die strengen Maßnahmen für das gesamte Staatsgebiet durchsetzt.

Nicht weiter als fünf Kilometer von Zuhause entfernen

In irischen Haushalten sind ab Mittwoch Besucher nicht mehr gestattet, man darf sich aber im Freien treffen - unter bestimmten Bedingungen: Die Menschen sind nämlich angehalten, sich (mit Ausnahmen, etwa um zur Arbeit zu fahren) nur innerhalb eines 5-km-Radius um ihre Wohnungen zu bewegen. Hochzeiten dürfen stattfinden, bei einem Gästelimit von 25 Personen; bei Begräbnissen dürfen zehn Personen anwesend sein. Gottesdienste können nur noch Online stattfinden. Besuche in Pflege- und Altenheimen dürfen nur aufgrund von „kritischen Fällen“ durchgeführt werden.

Geschäfte, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, müssen schließen, dazu gehören auch Friseursalons und Fitnesscenter. Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten. Die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Profi-Fußballspiele, Pferderennen und Hunderennen dürfen weiterhin stattfinden, allerdings ohne Zuschauer.

Ministerpräsident: Lockdowns könnten die Norm werden

Die Maßnahmen sollen sechs Wochen lang, also bis zum 1. Dezember gelten. Irlands Ministerpräsident Micheál Martin drückte in einer Fernsehansprache sein Verständnis dafür aus, dass ein Lockdown für viele mit Einsamkeit und Verzweiflung verbunden ist, machte aber auch Hoffnung: „Wenn wir uns die nächsten sechs Wochen zusammenreißen, können wir danach ein sinnvolles Weihnachtsfest feiern.“ An periodische Lockdown-Phasen müsse sich die Bevölkerung gewöhnen, meinte er noch: Bis es einen Impfstoff gebe, werde das öffentliche Leben wohl immer wieder heruntergefahren und, wenn es sicherer wird, wieder geöffnet.

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bisher knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat knapp fünf Millionen Einwohner.

Die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern sei damit zwar niedriger als in einigen anderen europäischen Ländern, berichtet der „Guardian“ - doch habe Irland im intensivmedizinischen Bereich nur noch wenig Kapazitäten.

Lockdown auch in Wales

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen haben eine Reihe europäischer Länder weitere Restriktionen beschlossen. In Wales startet am Freitag - gemeinsam mit den Herbstferien - ein zweiwöchiger Lockdown, in Belgien ist eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten, Italien führte eine Sperrstunde ab Mitternacht und die Schweiz eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen ein. In Slowenien gilt ab Dienstag eine Ausgangssperre zwischen 21.00 und 6.00 Uhr sowie ein Verbot von Auslandsreisen. Nur für Volksschüler findet noch Präsenzunterricht statt, die Obergrenze für private Treffen wurde auf sechs Menschen gesenkt. 

>>> Details zu den irischen Maßnahmen auf der Seite der „Irish Times"

>>> Hier geht's zum Bericht des „Guardian"

(APA/dpa/Red.)