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Coronavirus

Europa: Mit Lockdowns und Ausgangssperren gegen die zweite Welle

In Brüssel gelten nächtliche Ausgangssperren.
In Brüssel gelten nächtliche Ausgangssperren.REUTERS
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Immer mehr europäische Länder versuchen mit neuen Maßnahmen, die Zahlen an Corona-Neuinfektionen nach unten zu drücken. Durch das Herunterfahren des öffentlichen Lebens, nächtliche Ausgangssperren und Massentests wollen Regierungen die Lage unter Kontrolle bringen.

Errneut breitet sich das Coronavirus immer schneller in ganz Europa aus. Nicht nur Österreich reagierte darauf mit strengeren Vorschriften für die Bevölkerung, in etlichen Ländern sind in den vergangenen Tagen die Schrauben angezogen worden. Ein Überblick über die derzeit drastischsten Maßnahmen.

Slowenien

Nachdem die Regierung den 30-tägigen Notstand ausgerufen hat, gilt auch eine Ausgangssperre: Die Slowenen müssen ab Dienstag von 21 Uhr abends bis sechs Uhr morgens zu Hause bleiben. Hochzeiten oder Gottesdienste dürfen nicht mehr stattfinden. Auslandsreisen sind verboten. Nur an Volksschulen wird noch unterrichtet. In dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land hat sich die Zahl der aktiven Fälle binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die überforderten Gesundheitsbehörden mussten die Nachverfolgung der Kontakte von positiv getesteten Menschen einstellen.

Deutschland

Auf Platz eins liegt das Berchtesgadener Land in Oberbayern, Nummer zwei ist der Berliner Kiez Neukölln: Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 252 (Neukölln: 193). Die Ursachen für die Infektionsexplosion im Berchtesgadener Land sind noch unklar, aber Bayerns Ministerpräsident, Markus Söder, hat bereits eine "fundamentale" Beschränkung der Kontakte angekündigt. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, das einem Lockdown entspreche, so Söder. Seit Montag gilt auch Hamburg offiziell als Corona-Risikogebiet.

Der Senat der deutschen Hauptstadt Berlin beschloss am Dienstag außerdem eine Maskenpflicht für Bereiche, in denen ein Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einzuhalten sei. Das betrifft Wochenmärkte, besonders belebte Einkaufsstraßen, Shoppingmalls und Warteschlangen.

Schweiz

Bis vor einer Woche war man in der Schweiz punkto Corona-Infektionen noch entspannt. Doch innerhalb der vergangenen Woche sind die Infektionszahlen sprunghaft angestiegen. Im Schnitt haben sich in den vergangenen drei Tagen jeweils 2912 Personen mit dem Erreger angesteckt. Nun wurden am Sonntag Verschärfungen beschlossen: Es sind wieder Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Geschäften und Lokalen zu tragen. Außerdem gelten seit Montag Beschränkungen für private Feiern und öffentliche Versammlungen mit mehr als 15 Menschen. Als Superspreader-Event gilt eine Jodel-Veranstaltung mit rund 600 Besuchern. Zwar wurden alle Sicherheitsstandards eingehalten, betonen die Veranstalter. Doch einige der Sänger auf der Bühne waren Corona-positiv und dürften das Virus an die Besucher aus allen Kantonen weitergegeben haben.

Großbritannien

Als "kurz und schmerzlos" kündigte der Regierungschef von Wales, Mark Drakeford, den neuerlichen Lockdown für die Region bis 9. November an. Ab Freitag bleibt alles zu: Restaurants, Pubs, Hotels, Geschäfte außer Lebensmittelläden. Der Lockdown fällt mit den einwöchigen Herbstferien zusammen, danach starten die Schulen mit Ausnahmen der Oberstufe wieder den Unterricht. Ohne den Lockdown werde der nationale Gesundheitsdienst NHS die vielen Covid-19-Patienten nicht mehr angemessen behandeln können, betonte Drakeford. Die Anzahl der Infizierten der vergangenen 14 Tage pro 100.000 Einwohner liegt in Wales bei 130. Mit fast 47.000 Corona-Toten weist Großbritannien die höchste Opferzahl Europas auf. In England gilt ein Drei-Stufen-Warnsystem: Derzeit wird diskutiert, ob die nordenglische Stadt Manchester auf Stufe drei gehoben wird.

Slowakei

Das Nachbarland setzt auf kostenlose Massentests, um die stark steigenden Zahlen an Neuinfektionen in den Griff zu bekommen: Alle Einwohner, die älter als zehn Jahre sind, können ab kommendem Wochenende Coronatests machen. Gestartet wird diesen Samstag in den am stärksten betroffenen Gebieten. Dazu stellt die Regierung in Bratislava 13 Millionen Antigentests zur Verfügung. 8000 Soldaten und 50.000 staatliche Angestellte werden zur Durchführung dieser Aktion abgestellt. Ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein sollen, war unklar. Das 5,5-Millionen-Einwohner-Land hat bisher insgesamt 29.835 Infektionen verzeichnet.

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