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Wien

Die roten Fahrräder kommen: Neue Leih-E-Bikes auf Wiens Straßen

Die roten E-Bikes in Wien.Lime
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150 Räder des Anbieters „Lime" sind seit Dienstag in Wien verfügbar. Fixe Mietstationen gibt es nicht. Trotzdem will man verhindern, dass die Räder im Donaukanal landen.

Mittlerweile hat man sich an sie gewöhnt. Die vielen E-Scooter, die in Wien das Stadtbild prägen. Nun kommen auch noch knallrote Fahrräder dazu. Denn der Sharing-Anbieter „Lime“ bietet zusätzlich zu seinen grün-weißen Scootern seit dieser Woche auch Leih-E-Bikes an.

Wie viele Leih-E-Bikes gibt es?

Derzeit stehen 150 Fahrräder auf Wiens Straßen, sie erreichen eine Geschwindigkeit von höchstens 25 km/h. „Wir würden gerne mehr auf die Straße stellen“, sagt Lime-Sprecher Florian Anders. Allerdings habe die Stadt Wien allen Anbietern eine Obergrenze von 1500 Fahrzeugen verordnet. Will Lime mehr Fahrräder, müssen Scooter reduziert werden. Anders schließt dies nicht aus, man wolle sich zunächst aber ansehen, wie die ersten Räder angenommen werden.

Lime ist derzeit der einzige Anbieter von E-Bikes in Wien. Im Sommer hatte die Firma „Wheels“ kleine Pedal-lose Elektroräder angeboten, vor rund einer Woche wurde dieses Angebot aufgrund der geringen Nachfrage im Herbst aber eingestellt. Man evaluiere im Frühjahr neu, ob Wheels nach Wien zurückkehren werde, hieß es.

Wie funktioniert das Leihsystem? Wie viel kostet es?

Die roten E-Bikes und auch die weiß-grünen E-Scooter können in der App von Lime gebucht werden. Per GPS-Signal wird angezeigt, ob sich ein Fahrzeug in der Nähe befindet. Jedes Rad hat einen QR-Code, der gescannt werden muss, um es zu mieten. Der Preis setzt sich – wie auch jener für die Scooter -  aus einem Euro pro Freischaltung plus der Fahrminuten zu je 0,25 Cent zusammen. Für Vielfahrer werden auch Tagespässe für 9,99 Euro angeboten.

Ende Oktober, Anfang November sollen die Fahrzeuge auch mit der App von Uber verfügbar sein. Der US-Fahrdienst-Vermittler ist seit Mai an Lime beteiligt, im Zuge des Deals übernahm Lime die Fahrräder der Marke „Jump“, welche nun in Wien stehen.

Wo kann man sich ein E-Bike ausleihen?

Fixe Anmietstationen gibt es nicht, die Fahrräder sind auf dem 57 Quadratkilometer großen Betriebsgebiet von Lime verteilt. Die Fläche deckt vor allem die inneren Bezirke ab, die Grenze verläuft etwas außerhalb des Gürtels. Im Westen auf Höhe der Wattgasse/Johnstraße, im Süden die Gudrunstraße und die Südosttangente, im Osten bis zur Alten Donau. Zudem gibt es einige Zonen, in denen die Räder nicht abgestellt werden dürfen, etwa die Parks am Ring und Fußgängerzonen in der Innenstadt.

Was sagt die Stadt Wien dazu?

Bei der Mobilitätsagentur, die in Vertretung der Stadt Wien die Koordination mit den Leihanbietern übernimmt, hält man sich mit einer Einschätzung zurück. „Wir werden sehen, wie sich das entwickelt“, sagt ein Sprecher zur „Presse“, und ob die E-Bikes zum „neuen Big Thing“ werden. Bisher gehe es mit den 150 Rädern ja um eine überschaubare Zahl, so der Sprecher.

Fest steht, dass die Stadt strenge Regeln eingeführt hat, nachdem vor zwei Jahren stationslose Leihräder für viel Ärger gesorgt haben, weil sie Gehsteige blockierten oder im Donaukanal landeten.

Nun darf nur noch an Gehsteigen abgestellt werden, die breiter als 2,5 Meter sind. Defekte oder verkehrsgefährdend abgestellte Fahrzeuge muss der Anbieter an Werktagen binnen vier Stunden, nachts und am Wochenende binnen zwölf Stunden abholen.  Ansonsten werden sie kostenpflichtig entfernt und es drohen Verwaltungsstrafen.

Wie wird verhindert, dass die E-Bikes im Donaukanal landen?

„Im Vergleich zu den chinesischen Billigrädern sind unsere sehr, sehr schwer“, sagt Anders. Zudem seien die Räder mit einem Schloss gesichert und dürften gar nicht in direkter Nähe von Gewässern abgestellt werden. Dass Fahrzeuge im Donaukanal landen, wie das auch bei E-Scootern manchmal passiere, könne man trotzdem „nicht zu hundert Prozent verhindern.“ Sehe man „Auffälligkeiten“ beim GPS-Signal, werde jedoch sofort reagiert, versichert Anders. Man appelliere an die Vernunft der Kunden, dies nicht zu tun. Zudem werde jede Sachbeschädigung angezeigt.