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Sprachverliebt

Katharina Johanna Ferner: „Ich bin mehr das Team Harry Potter“

Archaisch und naturnah. Das Leben im Dorf bekommt bei Katharina Johanna Ferner eine literarische Stimme.
Archaisch und naturnah. Das Leben im Dorf bekommt bei Katharina Johanna Ferner eine literarische Stimme.(c) Christine Pichler
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Die Salzburger Autorin Katharina Johanna Ferner überzeugt mit ihrem Roman „Der Anbeginn“.

„Während ich meine ersten Atemzüge tat, lag Großmutter in ihrem Bett und entschlief der sterblichen Welt . . . Ihr Körper war von neuem Leben erfüllt, in ihren Haaren sammelten sich die Überreste des Maikäferfestes, ihr Strickkleid war von Flechten übersät.“ Womit habe ich es denn hier zu tun, kann man sich mit Fug und Recht fragen, liest man die ersten Seiten in Katharina Johanna Ferners Roman „Der Anbeginn“. Doch schnell entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, ebenso wenig wie dem Rauschen jenes Flusses, das im Dorf weithin zu hören ist und das die Geschichte orchestriert. Es ist eine mystisch-archaische Welt, in die man im Buch der 1991 geborenen Salzburgerin eintaucht. Und doch gibt es darin Zivilisationsaccessoires wie etwa eine Badewanne.

Mystische Landschaft. Der Titel „Der Anbeginn“ kennzeichnet deshalb keine Neufassung der Genesis. Nicht die Schöpfung ist das Thema des Romans, sehr wohl aber die Geburt eines Menschen. „I carry you / I nurture you / Give birth to you / Again“ lautet das einleitende Motto, das sich die Autorin von der isländischen Folk- und Indiemusikerin Ólöf Arnalds ausgeliehen hat. Zur Zeit der Niederschrift des ersten Kapitels hielt sich Katharina Ferner in Island auf. „Da gab’s das Meer und dahinter die Eisberge. Diese Szenerie hatte ich immer vor Augen – und sie hat so einen Raum für den Roman geschaffen.“ Hört man in dieser mystischen und schwermütigen Landschaft dann noch isländische Popmusik, dann kommt man in so einen Flow. „Die Songs sind für mich der Schreib-Soundtrack. Ich hab das ganz oft gehört.“