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Theaterkritik

Vitásek im Rabenhof: Entdecke den Herrn Karl in dir!

„Wann i a Feuer siech und hör ,tatü‘, renn i hin.“ Andreas Vitásek als Herr Karl im Wiener Rabenhof. Das Bühnenbild ist sparsam, fast nichts lenkt vom furiosen Auftritt ab.(c) Valerie Loudon
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Im Theater Rabenhof gelingt Andreas Vitásek das beinah unmögliche Kunststück, Helmut Qualtinger in seiner Glanzrolle des böse angepassten Wieners fast vergessen zu lassen.

Nach seinem einstündigen Solo, im lang anhaltenden Schlussapplaus, hält Andreas Vitásek ein Buch hoch. Auf dem Cover ist ein stattlicher Herr im Mantel und mit Hut zu sehen: Helmut Qualtinger (1928–1986) in seiner Paraderolle als „Der Herr Karl“. Nein, Vitásek ist bei der Premiere dieses Kabinettstücks am Dienstag im Rabenhof-Theater nicht in die Falle getappt, diesen wirkungsmächtigen Schauspieler zu imitieren. Eher erinnert er in Körperhaltung, Gestik und Mimik an den Volksschauspieler Hans Moser in reiferen Jahren (aber ohne dessen ausufernden Grant) und an einen pensionsreifen echten Wiener jenseits der 60, dem die böse alte Welt bereits mehrfach untergegangen ist.