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Gesundheit

Jetzt können auch Hausärzte Coronatests machen

Ab Donnerstag gibt es Coronatests auch in Hausarzt-Praxen
Ab Donnerstag gibt es Coronatests auch in Hausarzt-Praxen(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Antigentests sind ab Donnerstag zugelassen. Damit lässt sich das Virus schnell und ohne Labor feststellen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich nähert sich der 2000er-Marke: Am Mittwoch wurden 1958 neue Infektionen verzeichnet, die meisten davon, nämlich 514, in Wien. Bezogen auf die Bevölkerungszahl haben die Bundesländer Salzburg (197 Infektionen pro 100.000 Einwohner), Vorarlberg (178) und Tirol (174) im Moment die meisten Fälle.

Ab Donnerstag gibt es Coronatests auch bei Hausärzten: Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Mittwoch eine Verordnung erlassen, nach der Antigentests zulässig sind. Mit diesen kann innerhalb einer Viertelstunde mit recht hoher Zuverlässigkeit festgestellt werden, ob eine Infektion mit dem Covid-19-Virus vorliegt. Anwenden dürfen die Tests Ärzte, aber auch Alters- und Pflegeheime oder Schulen. Bezahlt werden sie vom Bund, wobei die Krankenkassen die Abwicklung übernehmen.

Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, zu testen. Kranke Menschen gehören zum Arzt.

Susanne Rabady,Hausärzte-Vertreterin

Mit diesen neuen Tests ist auch eine Strategieänderung verbunden: Noch im Frühjahr galt die Regel, dass Corona-Verdachtsfälle keine Arztpraxen aufsuchen sollen, um nicht Gesundheitspersonal und andere Patienten zu gefährden. Das soll sich jetzt ändern: „Kranke Menschen gehören zum Arzt“, sagt Susanne Rabady, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin. Die Änderungen gegenüber dem Frühjahr: Erstens gebe es jetzt den Test, mit dem Ärzte rasch Corona feststellen können. Und zweitens sei nun ausreichend Schutzbekleidung für das medizinische Personal vorhanden.
Wer befürchtet, an Corona erkrankt zu sein, soll aber trotzdem nicht einfach die Ordination aufsuchen, sondern sich vorher telefonisch melden. Denn einerseits werden nicht alle Ärzte den Test anbieten, die Teilnahme ist freiwillig. So haben in Wien bei einer Umfrage der Ärztekammer 56 Prozent der Mediziner angegeben, nicht testen zu wollen. Und andererseits müssen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. So wird es in den Ordinationen Terminvereinbarungen geben, damit Patienten nicht aufeinandertreffen. Ein Problem sind da die räumlichen Gegebenheiten: Nicht alle Ordinationen verfügen über zwei Eingänge und getrennte Warteräumlichkeiten.

Wolfgang Mückstein, Leiter des Primärversorgungszentrums Mariahilf, hat in den vergangenen drei Wochen in einem Probebetrieb in seiner Praxis bereits rund 100 Patienten getestet und zum Abgleich auch einen PCR-Test gemacht. Das Ergebnis: Die positiven Tests waren mit der neuen Methode alle richtig, es kann aber passieren, dass trotz eines negativen Tests eine Infektion vorliegt. Der neue Antigentest ist dort präzise, wo eine hohe Viruslast vorliegt – das sind aber auch genau jene Patienten, die infektiös, also für andere gefährlich sind.

Anschober erwartet sich durch die zusätzliche Testmöglichkeit eine „deutliche Verbesserung“. Die neuen Tests seien schnell, günstig und in einer hohen Stückzahl vorhanden. Zudem könne damit die Gesundheitshotline 1450 deutlich entlastet werden. Wichtig sei, dass „wir jetzt starten können“, in der klassischen Herbstphase mit Schnupfen und Co.

Im Unterschied zu PCR-Tests wird bei Antigen-Tests nicht das Erbgut des Virus nachgewiesen, sondern dessen Protein bzw. die Proteinhülle. Wie auch beim PCR-Test kann beim Antigentest eine mögliche Infektion nur zum Testzeitpunkt festgestellt werden.

(red)