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Interview

Clemens Setz: „Eine Plansprache ist wie eine Zauberzutat“

„Die Geheimagenten dieser Parallelwelten findet man überall gleich nebenan, auch in Wien“, erzählt Clemens Setz beim Treffen mit der „Presse“ im Wiener Café Einstein. Aber diese Gemeinschaften haben für ihn auch etwas Unheimliches: „Es fällt gleich auf, wenn man aus der Community heraus will.“
„Die Geheimagenten dieser Parallelwelten findet man überall gleich nebenan, auch in Wien“, erzählt Clemens Setz beim Treffen mit der „Presse“ im Wiener Café Einstein. Aber diese Gemeinschaften haben für ihn auch etwas Unheimliches: „Es fällt gleich auf, wenn man aus der Community heraus will.“(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Klingonisch, Volapük, Láadan . . . Autor Clemens Setz hat sich in die aberwitzige Welt der Plansprachen vertieft. Ein Gespräch über uns fehlende Wörter, Geheimagenten des Esperanto und einen Feldzug gegen blinde Kinder.

Die Presse: Als jüngst der Literaturnobelpreis an US-Lyrikerin Louise Glück ging, waren Sie einer der wenigen, der ihre Lyrik kannte. Wie finden Sie sie?

Clemens Setz: Sie ist akademisch sehr brav, sehr unoriginell. Es ist orakelndes Sprechen, Natur wird beschrieben, antike Mythen klingen an, Kindheitserinnerungen, und am Ende steht manchmal ein Weisheitsspruch, wie: „But you are the force, you must wait . . .“ Vieles wird auf Instagram geteilt, Teile ihrer Gedichte sind gut fotografierbar, als upliftende Lebensweisheit. Mich langweilt das fürchterlich. Aber sie hat auch ein paar gute Zeilen.


Sie nennen in Ihrem neuen Buch „Die Bienen und das Unsichtbare“ auch zwei Ihrer Nobelpreis-Favoriten, die sind noch viel unerwarteter: Sie schreiben in erfundenen Sprachen. Es gibt darin große Literatur?