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Humanitäres Engagement

Heldinnen, die mit Hingabe helfen

Lotterien-Chefin Bettina Glatz-Kremsner mit den Siegerinnen: Elisabeth Cerwenka, Aleksandra Tulej und Maria Swittalek. Alle Projekte erhalten 10.000 Euro Preisgeld als Unterstützung.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Gleich drei Gewinnerinnen gab es in dieser Kategorie: etwa das Schulprojekt „Newcomer“.

Sie opfern ihre Freizeit, arbeiten ehrenamtlich und weigern sich hinzunehmen, wenn etwas in unserer Gesellschaft nicht funktioniert – lieber setzen sie sich dafür ein, dass es besser wird. Auch heuer wurden für die Austria 20 wieder herausragende Persönlichkeiten für ihr humanitäres Engagement nominiert. Ausgewählt, welche drei Projekte prämiert werden, haben die Leser und User selbst. Und die Kategorie ist die einzige, in der jeweils an die Bestplatzierten ein Scheck in Höhe von 10.000 Euro als Unterstützung für den gemeinnützigen Einsatz vergeben wird.

Einen besonderen Applaus gab es dann bei der Verleihung für die Siegerinnen, als diese auf die Bühne kamen. Der erste Platz ging an das Schulprojekt „Newcomer“ des Magazins „Biber“, durch das oft sozial benachteiligte Jugendliche ihre eigene Geschichte erzählen können. Dort schreiben sie etwa Artikel, nehmen Podcasts auf oder gestalten Videos – den Inhalt bestimmen sie selbst. Drei Journalistinnen haben das Projekt initiiert: Melisa Erkurt war langjährige Leiterin von „Newcomer“, mittlerweile haben die „Biber“-Redakteurin Aleksandra Tulej und die „Biber“-Chefredakteurin, Delna Antia-Tatić, übernommen.

Alle drei waren für den Austria-Award nominiert, entgegen nahm die Trophäe stellvertretend Tulej. „Der Preis ist für uns als kleine Redaktion sehr viel wert. Er bedeutet für uns, dass wir jetzt noch mehr Jugendliche erreichen können und Talente fördern, die sonst nicht die Chance dafür hätten.“ Freude kam auch bei Antia-Tatić auf, die bei der Verleihung im Publikum saß: „Das Newcomer-Projekt ist unser Herzensprojekt. Die Austria 20 zu gewinnen bringt den Schülerinnen und Schülern einmal eine andere Art medialer Aufmerksamkeit. Normalerweise wird negativ über sie berichtet – beim ,Newcomer‘ zeigen sie, wie viel in ihnen steckt.“ Und Erkurt kündigte an, dass das Projekt in Zukunft wachsen soll: „Jetzt legen wir los. Denn die Schülerinnen und Schüler wollen endlich gehört werden und ihre Geschichten selber erzählen.“

Auch Elisabeth Cerwenka konnte an diesem Abend einen Scheck mit nach Wörgl nehmen: Die Tirolerin setzt sich seit 16 Jahren mit ihrem Entwicklungsprojekt „Grenzenlos helfen“ ehrenamtlich in Ghana ein. Als „Engel von Ntronang“ wird Cerwenka in dem afrikanischen Dorf gern bezeichnet, wo sie mithilfe von Spendengeldern bereits eine Krankenstation und eine Schule gebaut hat, regelmäßig schickt sie auch Hilfsgüter. „Es steht aber noch immer viel an“, sagte sie bei der Verleihung, bei der sie sichtlich gerührt war und sich „unfassbar“ freute – etwa eine Geburtenstation will sie mit dem Preisgeld nun bauen.

In ihrer Uniform kaum zu übersehen war Maria Swittalek an diesem Abend. „Ich muss etwas machen, ich kann nicht einfach die Füße hochlegen“, sagte sie sich im März, als sich das Coronavirus in Österreich auszubreiten begann – und das Rote Kreuz nach Freiwilligen suchte, um mobile Testungen durchzuführen. „Wer bei der Hotline 1450 anrief und über Husten, Fieber, Kurzatmigkeit klagte, den besuchten wir, teils in Teams, teils war ich allein unterwegs“, sagte die Sanitäterin. Ein Engagement, das ihr einen Platz am Siegerpodest und ein Preisgeld einbrachte. „Ich möchte, dass die 10.000 Euro jene bekommen, die am wenigsten damit rechnen: Die, die 365 Tage und Nächte im Jahr viel mehr geben, als sie nehmen“, betonte die Medizinstudentin. Und meint: „Die freiwilligen Helfer des Roten Kreuzes.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2020)