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Kulturerbe

Junge Talente „finden, fördern und begleiten“

ORF-III-Chef Peter Schöber, die Österreicherin des Jahres in der Kategorie Kulturerbe, Leona König, Musikmultitalent Ania Druml und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz (von links).(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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Mit dem Wettbewerb Goldene Note unter- stützt Leona König Österreichs Nachwuchsmusiker auf dem nicht immer ganz einfachen Weg auf die großen Bühnen.

Es war eine kleine Weltpremiere – jenes Stück, das die 18-jährige Cellistin Ania Druml bei der Auszeichnung der „Österreicher des Jahres“ im Radiokulturhaus im Zusammenspiel mit DJ Mel Merio zur Aufführung brachte. Und es war ein schönes Beispiel für die Arbeit Leona Königs, die es sich zum Ziel gemacht hat, talentierten jungen Künstlern Bühnenerfahrung und Aufmerksamkeit zu verschaffen.

„Goldene Note“ heißt jener Wettbewerb, den König dafür vor vier Jahren ins Leben gerufen hat (die vielseitig begabte Ania Druml war Preisträgerin im ersten Jahr – damals am Klavier). In Auditions sucht dabei eine Jury, in der die wichtigsten Musikinstitutionen und Universitäten vertreten sind, nach Nachwuchstalenten im Alter zwischen fünf und 18 Jahren; die ausgewählten Kinder und Jugendlichen treten dann bei einem jährlichen Galakonzert auf.

 

„Ziel, dass andere mitziehen“

Dabei geht es König, selbst Mutter einer begabten Tochter, nicht nur darum, den Kindern eine große Bühne zu bieten, „sondern auch darum, sie nachhaltig zu unterstützen. Ich will die jungen Talente finden, fördern und weiter begleiten.“ Ein Anliegen, das, sagt König, auf immer mehr Resonanz stößt.

„Ich sehe langsam nicht nur am Publikum, sondern auch an den Künstlern, dass das Interesse geweckt wird.“ Auch hier sei Ania Druml ein gutes Beispiel; in den vergangenen Jahren seien andere Künstler bereits auf sie aufmerksam geworden. „Erst unlängst“, sagt König, „ist sie im Musikverein aufgetreten. Das ist etwas, was mir besonders Freude macht – dass ich mit meinem Engagement erreiche, dass andere Leute mitziehen.“

Insgesamt sind es rund 50 Kinder und Jugendliche aus ganz Österreich, die von Leona König und ihrer Stiftung, der International Music Foundation for Highly Gifted Children, inzwischen begleitet werden. Für sie gibt es etwa Hilfe bei der Suche nach jeweils passenden Ausbildungsmöglichkeiten, Masterclasses oder bei Bedarf auch finanzielle Unterstützung.

Seit dem Vorjahr verfolgt König außerdem das Konzept, Künstler wie Juan Diego Flórez, Valentina Nafornita, Lidia Baich – sie war dabei, als König von Sender-Chef Peter Schöber mit der Austria-Trophäe bei einem Dreh für ORF III überrascht wurde – oder Hyung-ki Joo an Bord zu holen, „die einen sehr, sehr großen Beitrag bei der Unterstützung der Kinder leisten, weil sie selbst genau wissen, wie schwer der Weg auf die großen Bühnen ist.“

 

Bedarf in der Kulturweltstadt

2020 gab es erstmals auch eine Kooperation mit dem ORF; coronabedingt in anderer Form als geplant mit einer „Goldenen Note spezial“, die in voller Länge auf ORF III ausgestrahlt wurde. Inzwischen, sagt König, gebe es bereits mehrere neue Projekte. Genaueres dürfe sie noch nicht verraten – außer so viel dann doch: „Wir haben unsere Kooperation mit dem ORF vertieft.“ Daneben laufen die Vorbereitungen für die Auditions für die Goldene Note 2021.

Den Bedarf für ihre Arbeit sieht König jedenfalls als gegeben an. Denn Wien sei zwar Kulturweltstadt, „aber dafür, Kinder schon in sehr jungem Alter zu fördern, wird leider sehr wenig gemacht“.

Die Auszeichnung im Bereich Kulturerbe – und die Freude „ihrer“ jungen Musiker darüber – sei ein großer Ansporn, sich weiter für den Nachwuchs einzusetzen. „Für mich ist das eine Auszeichnung, die nicht nur mir gehört, sondern den Kindern, die hart arbeiten und Zeit und Fleiß investieren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2020)