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Kryptogeld

PayPal macht Bitcoin salonfähig

(c) REUTERS (Mark Blinch)
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Der Kurs der wichtigsten Cyberdevise kletterte auf ein 15-Monat-Hoch.

New York. Das Thema Kryptowährungen lässt PayPal nicht aus. Vor einem Jahr hatte sich der US-Zahlungsdienstleister aus dem von Facebook initiierten Kryptowährungsprojekt Libra zurückgezogen. Nun geht man einen anderen Weg: PayPal-Kunden sollen künftig Bitcoin und andere digitale Währungen wie Ether, Bitcoin Cash und Litecoin bei PayPal kaufen, halten und verkaufen können sowie bei den 26 Millionen PayPal-Partnern damit bezahlen. Die Händler sollen ihr Geld allerdings weiter in herkömmlichen Währungen wie dem Dollar erhalten. Auch können PayPal-Kunden die Kryptowährungen nicht als solche auf andere Konten transferieren.

Bitcoinnutzer reagierten dennoch euphorisch. Die älteste und wichtigste Cyberdevise stieg am Mittwoch zeitweise zweistellig an. Am späten Abend übersprang Bitcoin die Marke von 13.000 Dollar. So viel kostete eine Einheit zuletzt im Juli 2019. Bei sogenannten Altcoins (andere Cyberdevisen) waren die Kursanstiege teilweise noch steiler. Am Donnerstag flaute die Begeisterung wieder ein wenig ab.

 

„Größte Neuigkeit des Jahres“

Dennoch: Mike Novogratz, Geschäftsführer von Galaxy Investment Partners, sprach auf Twitter von der „größten Neuigkeit des Jahres in Sachen Krypto“ und fügte hinzu, dass es unter den Banken ein Wettrennen in Bezug auf digitale Services geben werde. „Wir haben den Rubikon überschritten.“ Die Beispiele dafür, dass Bitcoin Akzeptanz in der traditionellen Finanzbranche erfährt, häufen sich. Zwei Unternehmen – Square Inc. and Micro Strategy Inc. – taten kürzlich kund, dass sie in Bitcoin investieren. Auch die renommierte Fondsgesellschaft Fidelity Investments verkündete im August, dass man einen Bitcoin-Fonds auflegen werde. PayPal-Chef Dan Schulman sagte, dass der Übergang zu digitalen Währungen unausweichlich sei, da diese große Vorteile hätten in Bezug auf finanzielle Inklusion, Effizienz, Geschwindigkeit und Finanzmarktstabilität.

Der Bitcoin-Kurs schwankt allerdings stark. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um 75 Prozent gestiegen, liegt aber noch immer um ein Drittel unter dem Allzeithoch von Dezember 2017. (b. l./Bloomberg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2020)