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Edlinger: "Jelavic hat bei uns nichts mehr verloren"

Nikica Jelavic
(c) GEPA pictures (Gepa Pictures/ M. Oberlaender)
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Rapid-Präsident Rudolf Edlinger zufolge gab Nikica Jelavic unmittelbar vor dem Match gegen Aston Villa bekannt, nicht mehr für Rapid spielen zu wollen. Jelavic wechselt zu den Glasgow Rangers.

Kurzfristig lud Rapid-Präsident Rudolf Edlinger am Donnerstag zu einer Pressekonferenz in die Aula des Wiener Hanappi-Stadions. Dass es um Nikica Jelavic gehen würde, hatten alle erwartet.

Kurz zuvor hatte Edlinger auf der Rapid-Homepage deutlich gemacht, was gespielt wurde: "Entgegen aller Erwartungen erklärte heute Nikica Jelavic, nicht mehr für den SK Rapid spielen zu wollen. Es ist ein Schock für die gesamte Rapid-Familie. Rapid ist ein Verein mit viel Herz und Emotion. Jemand, der solch eine Aussage tätigt, hat hier nichts mehr verloren, weil er Fans und Mitglieder damit mitten ins Gesicht schlägt. Der SK Rapid selbst hätte nach den beendeten Verhandlungen Herrn Jelavic so knapp vor einem wichtigen Spiel nicht mehr ziehen lassen. Aber wenn jemand von sich aus so kurzfristig sagt, er möchte nicht mehr bei Rapid spielen, dann kann er gehen, weil er damit nicht nur die Mannschaft, sondern auch den gesamten Verein im Stich lässt. Wir alle sind ob dieser unerwarteten Aussagen tief betroffen. Ich denke aber, dass unsere Fans die Entscheidung des SK Rapid in dieser Causa verstehen werden", sagte Edlinger, der bei der Pressekonferenz dann von "glattem Vertragsbruch" sprach.

Wenige Stunden vor dem Europacup-Spiel gegen Aston Villa stimmte Grünweiß also notgedrungen einem Transfer von Nikica Jelavic zu. Der 24-jährige Kroate wechselt fix zu den Glasgow Rangers nach Schottland. Wäre Jelavic gegen Aston Villa eingesetzt worden, wäre er für die in der Champions-League-Gruppenphase stehenden Rangers im Herbst nicht mehr einsatzberechtigt gewesen.

Rapid war sich in der Vorwoche mit den Rangers über die Ablösemodalitäten eigentlich schon einig gewesen. Am Donnerstag kam dann aber vom schottischen Meister die Rückmeldung, man habe sich mit Jelavic nicht auf einen Vertrag verständigen können, weshalb der Transfer abgeblasen wurde. Ein neuerlicher Versuch der Rangers zu Wochenbeginn wurde angesichts der unmittelbar bevorstehenden Partie gegen Aston Villa abgelehnt.

"Jelavic hat uns am Montag mitgeteilt, dass die Angelegenheit für ihn erledigt ist und er sich auf Rapid konzentriert. Umso schmerzvoller ist die heutige Entscheidung. So eine Vorgangsweise hat sich Rapid nicht verdient", sagte Edlinger. In der Folge wurde das vergangene Woche ausverhandelte Vertragswerk unterzeichnet, das Jelavic zum Rangers-Kicker macht.

Edlinger: "Eigenartiger Charakterzug"

Der Kontrakt von Jelavic wäre noch bis 2012 gelaufen, Rapid hätte sich dem Wechsel also widersetzen können. Darauf wurde jedoch laut Edlinger verzichtet, weil es keinen Sinn mache, einen Kicker mit Gewalt zu halten, der nicht mehr für Rapid spielen wolle. "Dass ein Spieler mit solchen Verdiensten für den Verein keinen würdigen Abschied bekommt und das Stadion quasi durch die Hintertür verlassen muss, gefällt mir nicht", betonte Edlinger, sprach in diesem Zusammenhang von einem "eigenartigen Charakterzug" und erzählte, dass Trainer Peter Pacult von den Ereignissen "genauso betroffen ist wie ich".

Noch am Mittwoch hatte Hörtnagl zum möglichen Wechsel des kroatischen Internationalen gemeint: "Jelavic ohne adäquaten Ersatz vor so einem wichtigen Spiel zu verkaufen, wäre Betrug an Rapid. Das könnte ich sportlich nicht verantworten, da müsste ich auch meine Position infrage stellen." Für den Tiroler gab es jedoch Rückendeckung vom Präsidenten. "Gestern Abend hätte ich noch ähnliche Aussagen getroffen."

Auch Rapid-Trainer Peter Pacult hatte gestern im "Presse"-Interview noch gemeint: "Für mich ist Jelavic bis Saisonende Rapidler".

Fünf Millionen Euro für Rapid

Die Schotten zahlen kolportierte fünf Millionen Euro für Jelavic. Zwar geht fast ein Drittel davon an dessen belgischen Ex-Klub Zulte Waregem. Angesichts der 180.000 Euro, die Rapid 2008 für den Kroaten bezahlt hat, ist die Gewinnspanne aber immer noch mehr als beachtlich.

Jelavic erzielte in 71 Ligaspielen 27 Tore. Seine beiden wichtigsten Treffer gelangen aber im Europacup. Sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel traf der Kroate 2009 gegen Aston Villa und hatte damit maßgeblichen Anteil daran, dass erstmals ein österreichischer Klub einen englischen aus dem Europapokal werfen konnte.

Hörtnagl muss nun für den 24-Jährigen nun bis 31. August, dem Ende der Transferzeit, einen Ersatz finden.

(Red.)