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Wohlstand

Privatvermögen trotz Coronakrise gestiegen

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Archivbild.(c) REUTERS (Eddie Keogh)
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Die Zahl der Millionäre ist stabil, die der Superreichen gesunken. Die Einkommensschere ging weiter auseinander.

Die Vermögen privater Haushalte sind trotz Coronakrise heuer im weltweiten Schnitt gestiegen, schreibt die Schweizer Bank Credit Suisse in ihrem Wohlstandsbericht, der am Donnerstag veröffentlicht worden ist. Es habe zwar von Jänner bis März zunächst einen starken Einbruch gegeben, doch sei die Erholung markant gewesen. Ende Juni 2020 sei das Vermögen privater Haushalte weltweit rund 0,3 Prozent oder eine Billion Dollar (840 Milliarden Euro) größer gewesen als Ende 2019.

Da in diesem Zeitraum allerdings die Weltbevölkerung noch stärker gestiegen sei, sei das durchschnittliche Vermögen pro Kopf um 0,4 Prozent auf 76.984 Dollar gesunken. 2019 sei das Vermögen um zehn Prozent oder 36,5 Billionen Dollar auf 399,2 Billionen gewachsen.

Die Bank vermutet, dass die Einkommensschere in vielen Ländern weiter auseinandergegangen ist, weil Arbeiterinnen und Arbeiter mit geringen Einkommen und unsicheren Arbeitsplätzen in der Coronakrise am ehesten ihren Job oder Einkommen verloren haben.

In Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, sei der Vermögensunterschied besonders ausgeprägt: Das eine Prozent der reichsten Leute besitze 29 Prozent der Vermögen, verglichen mit 22 Prozent in Frankreich und Großbritannien. Die Zahl der Menschen mit über 100.000 Dollar Vermögenswerten liege bei 40 Prozent, viermal so hoch wie im weltweiten Schnitt. Die Deutschen kamen der Studie zufolge Ende 2019 auf ein Vermögen von 14,8 (2018: 14,5) Billionen Dollar (gut 12,5 Bio. Euro). Im Unterschied zu anderen Vermögensstudien etwa der Bundesbank, die Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche gegenüber Versicherungen summieren, berücksichtigt die Credit Suisse in ihren Berechnungen auch Immobilien. 57 Prozent des Bruttovermögens der deutschen Privathaushalte entfällt auf Sachwerte wie Immobilien.

Weltweit gab es Ende 2019 51,9 Millionen Millionäre, die Zahl sei in der ersten Jahreshälfte 2020 recht stabil geblieben. Die Zahl der Superreichen mit einem Nettovermögen über 50 Millionen Dollar stieg im Jahr 2019 um elf Prozent auf 175.690. In der ersten Jahreshälfte 2020 verlor diese Gruppe allerdings 120 Mitglieder. Die meisten Millionäre leben in den USA, nämlich 20,2 Millionen (Ende 2019).

Zu Österreich gibt es keine Millionärszahlen im Bericht. Den Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank zufolge ist aber auch in Österreich das Finanzvermögen von April bis Juni auf einen neuen Rekord geklettert. Es belief sich auf rund 731,5 Milliarden Euro. (APA/EST)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2020)