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"Lass deinen geistigen Zustand überprüfen": Streit zwischen Macron und Erdogan

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Emmanuel Macron(c) APA/AFP (LUDOVIC MARIN)
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Der türkische Präsident Erdogan greift Frankreichs Präsident Macron wegen dessen Äußerungen zum Islam scharf an. Nun gibt es diplomatische Verstimmungen.

Frakreich hat empört auf die harsche Kritik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron reagiert. "Die Äußerungen von Präsident Erdogan sind inakzeptabel", sagte ein Vertreter der französischen Präsidentschaft  am Samstag. "Maßlosigkeit und Grobheit sind keine Methode." Erdogan müsse seinen politischen Kurs ändern, "weil er in jeder Hinsicht gefährlich ist".

Der französische Botschafter in Ankara sei zu Beratungen mit Macron nach Paris zurückgerufen worden. Erdogan hatte Macron zuvor wegen dessen Äußerungen zum Islam scharf angegriffen.

Erdogan wetterte am Samstag in einer im Fernsehen ausgestrahlten Rede gegen Macron: "Was kann man über ein Staatsoberhaupt sagen, das Millionen Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen so behandelt", sagte der türkische Präsident. Er fügte an Macron gewandt hinzu: "Lass' erst einmal deinen geistigen Zustand überprüfen!" 

Macron meint, Islam sei in einer Krise

Die türkische Regierung hatte sich verärgert über Macrons Ankündigung gezeigt, die säkularen Werte Frankreichs gegen den radikalen Islam verteidigen zu wollen. Macron hatte zudem unlängst den Islam als eine Religion bezeichnet, die weltweit in einer Krise stecke. Als Reaktion auf den islamistischen Anschlag auf den französischen Lehrer Samuel Paty hatte der französische Staatschef strengere Kontrollen von Moscheen sowie eine stärkere Überwachung von Schulen angekündigt.

"Was kann man über ein Staatsoberhaupt sagen, das Millionen Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen so behandelt", sagte der türkische Präsident. "Was hat dieses Individuum namens Macron für ein Problem mit dem Islam und Muslimen?" Erdogan fügte an Macron gewandt hinzu, dieser müsse erst einmal "seinen geistigen Zustand überprüfen" lassen.

Der 47-jährige Lehrer Paty war am Freitag vor einer Woche nahe seiner Schule bei Paris von einem 18-Jährigen enthauptet worden. Der Angreifer tschetschenischer Herkunft wurde kurz danach von der Polizei erschossen. Paty hatte das Thema Meinungsfreiheit im Unterricht behandelt und dabei umstrittene Mohammed-Karikaturen verwendet.

Nach dem Anschlag ging die französische Polizei in dutzenden Einsätzen gegen Menschen und Vereinigungen vor, die mutmaßlich dem islamistischen Spektrum angehören oder ihm nahe stehen.

 

(APA/AFP)