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Karikaturen-Streit

Erdoğan zeigt niederländischen Rechtspopulisten Wilders an

Geert Wilders ist erneut ins Blickfeld des türkischen Präsidenten Erdoğan geraten.
Geert Wilders ist erneut ins Blickfeld des türkischen Präsidenten Erdoğan geraten.APA/AFP/ANP/BART MAAT
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Wilders Tweets mit Erdoğan-Karikaturen seien für Erdoğan "beleidigend“. Der niederländische Premier Rutte verteidigt hingegen die Meinungsfreiheit als „höchstes Gut“.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Strafanzeige gegen den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders gestellt. Grund seien beleidigende Äußerungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Wilders habe Ausdrücke benutzt, die Erdoğans "Ehre, Würde und Ansehen" beleidigen und seine Persönlichkeit und dessen Ruf angriffen. Die niederländische Regierung kritisierte die Anzeige scharf.

Wilders hatte auf Twitter unter anderem eine Karikatur geteilt, die den türkischen Präsidenten mit einer Kopfbedeckung in Form einer Bombe zeigt. Darüber hatte er "Terrorist" geschrieben. Auch auf die Strafanzeige reagierte Wilders via Twitter und nannte Erdoğan einen "Loser" (Verlierer).

Premierminister Rutte verteidigt Meinungsfreiheit

Der niederländische Premierminister Mark Rutte nannte die Reaktion von Erdoğan unakzeptabel: "In den Niederlanden betrachten wir die Meinungsfreiheit als das höchste Gut und dazu gehören auch Karikaturen von Politikern."

Bereits am Wochenende hatte Erdoğan den niederländischen Rechtspopulisten für seinen Tweet kritisiert, jedoch ohne dessen Namen zu nennen. Erdoğan sprach von einem holländischen "Zerrbild eines Abgeordneten" und warnte: "Kenne Deine Grenzen!"

Erdoğan versucht derzeit, mit außenpolitischen Themen im Inland Stimmung zu machen. So nannte er am Montag etwa die europäischen Staats- und Regierungschefs "im wahren Sinne Faschisten" und "Kettenringe des Nationalsozialismus". Im Streit um die Mohammed-Karikaturen warf er Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Islamfeindschaft vor und riet ihm, seinen "Geisteszustand untersuchen" zu lassen.

(APA/dpa)