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Buchtipp

Kelten, adelige Vermieter und "Rotes Wien": Eine Reise durch 2000 Jahre Wiener Wohnbaugeschichte

Wien im frühen Mittelalter von der Donau aus gesehen.
Wien im frühen Mittelalter von der Donau aus gesehen.Aus: Kisch, Wilhelm: Die alten Strassen und Plätze Wien’s und ihre historisch interessanten Häuser, Wien, Gottlieb, 1883.
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Der Wohnbauforscher Wolfgang Förster geht in seinem neuen Buch „2000 Jahre Wohnen in Wien“ der Frage nach, wie mit der Entwicklung des Wohnens die soziokulturelle Geschichte einer Stadt erzählt werden kann.

Wien zählte im 15. Jahrhundert mit rund 20.000 Einwohnern als nach Köln zweitgrößte Stadt im Heiligen Römischen Reich. Dabei war das damalige Siedlungsgebiet Wiens nicht größer als der heutige 16.000 Einwohner zählende erste Bezirk. Aus dieser Zeit stammen Wohntürme, zwei davon noch im heutigen „Griechenviertel" im ersten Bezirk zu bestaunen, man baute sie unter anderem als Folge des Platzmangels. Diese und andere Erkenntnisse finden Leser in Wolfgang Försters neuem Buch „2000 Jahre Wohnen in Wien“, das kürzlich im Jovis Verlag erschienen ist. 

Karl-Marx-Hof, das Synonym für den Wiener Gemeindebau.
Wiener Kinder beim Fußballspielen. Im Hintergrund der von Karl Ehn geplante und 1930 eröffnete Karl-Marx-Hof, das Synonym für den Wiener Gemeindebau.Rübelt Negativarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Kann man denn Anhand von Gebäuden die Kulturgeschichte einer Stadt erzählen? 

Wohnbauforscher Förster widmet sich dieser Frage indem er sich auf Zeitreise durch mehrere Epochen Wiens begibt. Dabei konzentriert er sich auf den Aspekt des Wohnens, beginnend bei der frühzeitlichen Besiedelung Wiens durch die Kelten (unter anderem am Leopolds- und am Bisamberg, aber auch im heutigen dritten Wiener Gemeindebezirk im Bereich der Rasumofskygasse und des Rochusmarktes), über das Wohnen in der barocken Residenzstadt (als in prächtige Adelspalais und Klöster erstmals auch Mietwohnungen einzogen, etwa in den Melker Hof in der Schottengasse), zu den ersten „Zinspalästen“ im industriellen Wien  bei denen auch der ökonomisch nicht mehr führende Adel versuchte, an der steigenden Wohnungsnachfrage zu verdienen, bis hin zum heutigen „roten" Wien und seinen Gemeindebauten. 

Penibelst recherchiert und mit zahlreichen Quellen belegt, gelingt Förster eine kurzweilige Zeitreise durch die Wiener Wohnbaugeschichte. Dabei spart er nicht an Schmankerln fürs Auge - abgedruckt sind zahlreiche Fotos, Skizzen und Pläne der Stadt.

 

„2000 Jahre Wohnen in Wien“ Wolfgang Förster, Jovis Verlag, 188 Seiten, 32 €
„2000 Jahre Wohnen in Wien“ Wolfgang Förster, Jovis Verlag, 188 Seiten, 32 €Jovis Verlag